Bau Baustellen am Hauptbahnhof gehen in die heiße Phase

Ulm / Chirin Kolb 10.02.2017
In der Friedrich-Ebert-Straße gehen die Bauarbeiten ab 19. März in die heiße Phase. Das bedeutet: Staus, Umleitungen und Beeinträchtigungen für einfach jeden.

Wer die Staus, Umleitungen und Verkehrsbehinderungen am Ulmer Hauptbahnhof schon bisher schlimm fand, wird sich umgucken: Jetzt geht’s erst richtig los. „Die nächsten zwei Jahre werden die heißeste Bauphase“, sagt Harald Walter, der Leiter der Koordinierungsstelle Großprojekte bei der Stadt Ulm. Bau der Tiefgarage und der Sedelhöfe, Neugestaltung des Bahnhofplatzes – ein Projekt greift ins andere. Gut, dass wenigstens die Straßenbahnbaustelle an dieser Stelle in diesem Jahr noch nicht dazwischenfunkt.

Am 19. März wird es ernst. Dann beginnt die Bauphase 2. Sie bringt einige gravierende Änderungen mit sich, die vor allem die Autofahrer betreffen werden, aber nicht nur. Auch Fußgänger und Radler, Pendler, die am Bahnhof oder am Busbahnhof ankommen und Taxi-Nutzer müssen sich auf Änderungen und Belastungen einstellen. Mit der Einrichtung der Baustelle wird bereits Ende Februar begonnen. Das bedeutet:

Fahrspuren Die Friedrich-
Ebert-Straße wird nur noch einspurig in jede Richtung befahrbar sein, und zwar auf der Innenstadtseite entlang der Sedelhof-Baustelle. Dafür muss der Verkehr von der Olgastraße her zweimal die Straßenbahnschienen kreuzen: vor der Post und hinter dem Deutschhaus.

Abbiegemöglichkeiten Sie werden deutlich eingeschränkt. Ins Parkhaus Deutschhaus ist die Zufahrt nur noch aus Richtung Zinglerstraße/Neue Straße möglich, die Ausfahrt nur noch Richtung Olgastraße. Wer aus der Olgastraße kommt und ins Parkhaus oder in die Neue Straße möchte, muss eine Schleife übers Ehinger Tor und den Bismarckring fahren – oder am besten gleich den weiten Bogen über die Frauenstraße wählen.

Bahnhof Die einzige Möglichkeit, mit dem Auto den Bahnhof anzufahren, wird in den nächsten Jahren vor der Post sein. Harald Walter empfiehlt, diesen Weg nur zu wählen, wenn man beispielsweise jemandem nur schnell am Bahnhof absetzen oder abholen will. Den Parkplatz-Suchverkehr soll man sich am besten schenken: „Freie Parkplätze wird es am Bahnhof kaum geben.“

Fahrgäste Für alle, die mit dem Zug oder mit dem Bus am ZOB ankommen, wird es in manchen Bauphasen ebenfalls ungemütlicher. Sie müssen weitere Wege gehen. „Man wird immer auf den Bahnhofssteg kommen“, sagt Walter, „aber auch mal über Umwege oder provisorische Treppen.“

Taxis Der Taxistand am Bahnhof wird schon am 27. Februar verlegt, und zwar an den Eingang der Bahnhofstraße – also auf die Innenstadtseite der Friedrich-
Ebert-Straße. Fahrgäste, die vom Bahnhof in ein Taxi steigen wollen, müssen etliche Schritte mehr gehen. Direkt am Bahnhof können nur noch Taxis halten, die gehbehinderte Fahrgäste befördern.

Radler Die Fahrradständer vor dem Hauptbahnhof werden abgebaut. Neue Ständer stehen etwas weiter weg, zum Beispiel an der Spindel des Deutschhauses – weitere Wege für Pendler also. Walter warnt davor, sein Rad direkt vor dem Bahnhof abzustellen und beispielsweise an einen Bauzaun zu ketten: Wenn er tagsüber versetzt wird, muss das Fahrrad gnadenlos weichen.

Konsequenzen Das alles zu koordinieren und sämtliche Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten, ist eine schwierige Aufgabe. „Es ist ein bisschen wie eine Operation am offenen Herzen“, so Chefplaner Harald Walter. Denn nirgendwo in der Ulmer Innenstadt gibt es einen vergleichbaren Verkehrsknoten wie die Friedrich-Ebert-Straße.

Für alle Verantwortlichen bei der Stadt ist klar: Die Friedrich-Ebert-Straße wird nicht mehr so leistungsfähig sein. Problematisch wird vor allem die Kreuzung mit der Zinglerstraße und Neuen Straße. Die Einspurigkeit, das Queren der Straßenbahngleise, die Ein- und Ausfahrt am ZOB und am Deutschhaus, Baustellenzufahrten – Walter geht davon aus, dass diese Kreuzung um 30 Prozent weniger leistungsfähig sein wird. „Das ist viel Holz“ und entspricht 250 Fahrzeugen, die pro Stunde weniger über die Kreuzung kommen. Die Wartezeiten werden länger. „Wir müssen uns die nächsten Jahre auf Stau einstellen.“

Alle Fäden laufen an einer Stelle zusammen

Projektsteuerung Bau der Sedelhöfe, der Tiefgarage am Bahnhof, der Bürgerdienste in der Olgastraße und der zweiten Straßenbahnlinie, dazu noch die Neugestaltung des Bahnhofplatzes: All diese Projekte laufen gleichzeitig. Sie zu koordinieren, Zeitpläne und Bauabläufe im Blick zu behalten, ist Aufgabe der Koordinierungsstelle Großprojekte bei der Stadt Ulm. „Bei uns sollten alle Fäden zusammenlaufen“, sagt Harald Walter, der Leiter der Koordinierungsstelle. Dabei geht es um die großen Linien, aber auch um profane Fragen wie: Wer darf wo seine Baumaterialien lagern? Wer kommt wie auf seine Baustelle? Wer muss wann mit welchen Arbeiten fertig sein?

Öffentlichkeitsarbeit Aufgabe der Koordinierungsstelle ist auch die Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehört beispielsweise die großformatige, ausführliche Info-Broschüre „Ulm baut um“, die derzeit an jeden Ulmer Haushalt verteilt wird. Sie enthält anschaulich und mit mehreren Grafiken illustriert alle Veränderungen, die sich ergeben.

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