Ulm / ULRIKE SCHLEICHER  Uhr
Mangelnde Information, unnötig gesperrte Straßen und weite Umwege: Die CDU-Fraktion hörte sich den Ärger der Esels- und Michelsberg-Bewohner an. Sie fordern Verbesserungen, etwa die Öffnung der Kienlesbergstraße.

Die Wege der Baustelleneinrichter sind unergründlich. Das etwas abgewandelte Bibelzitat trifft es auf den Punkt, will man die Verkehrssituation zu, auf und weg von den beiden Wohngebieten Esels- und Michelsberg beschreiben. Die „schweren Beeinträchtigungen“ waren denn auch auch Anlass für eine Begehung dort der CDU-Fraktion zusammen mit den Bürgern.

Der Aufreger für die Bürger schlechthin ist die Kienlesbergstraße. Sie ist die Verlängerung der Brücke zum Michelsberg hoch und führt weiter zum Lehrer-Tal-Weg und zum Eselsberg. Erstens: „Sie wurde von einem Tag auf den anderen gesperrt, ohne dass wir in irgendeiner Art und Weise informiert wurden“, schildert eine Frau. Zweitens: Sie sei grundlos gesperrt – es fänden seit Monaten keinerlei Arbeiten statt. Drittens: „Der Teil der Straße, der noch frei ist für Fußgänger und Radfahrer ist so eng, dass man sich dauernd in die Quere kommt.“ Die unbenutzte Seite sei dagegen leer und breit. Viertens: Man habe mit einem Schilderwald zu tun, der am gesundem Menschenverstand zweifeln lasse. Ein Beispiel: Vom Alten Fritz her müssen Radfahrer vor einer 90 Grad Abbiegung absteigen, dann zeigt ein Schild, dass Fußgänger und Radfahrer keinesfalls über die Barrikaden laufen sollen, und kaum zwei Meter weiter dürfen beide dann den Weg benutzen. Nicht aber von der anderen Seite. Zumindest bis vor kurzem: „Da war Radfahren in diese Richtung nicht erlaubt“, sagt Dr. Ulla Ludwig, eine Anwohnerin.

Wegen der offensichtlich unnötigen Sperrung müssen die Bürger mit der Kirche ums Dorf fahren, wenn sie aus der Stadt nach Hause wollen: Von der B 10 den Alten Fritz hoch – „die Alpenpass-Straße“ wie sie inzwischen genannt wird. Sie sei tagsüber quasi einspurig, weil alles zugeparkt sei. Dann weiter in die Mozartstraße und  bis zu deren Ende, um schließlich wieder an der Kreuzung Eyth- und Michelsbergstraße zu landen, „um dann  wieder zurück Richtung Kienlesbergkaserne zu fahren“. Alternativ könne man die Karlstraße nehmen: „Aber nur wenn man viel Zeit hat, da ist Richtung Frauenstraße immer Stau“, berichtet ein Mann.

Bei den Anwohnern des Eselsbergs und denen vom Lehrer-Tal-Weg sieht es nicht besser aus. „Wir sind regelrecht abgeschnitten von der Stadt“, sagt Edgar Winter, Sprecher der Regionalen Planungsgruppe dort. Vor rund zwei Wochen sei plötzlich die Straße aus Richtung  Wanne zum Alten Fritz gesperrt gewesen – ohne Ankündigung. Für die Eselsberger seien die Umwege unzumutbar. Man müsse zur Behringer Brücke, auf die Blaubeurer Straße, weiter in die Karlstraße und stehe in besagtem Stau.

Weiterer Kritikpunkt: An Übergänge für Kindergarten- und Schulkinder angesichts des nun hohen Verkehrsaufkommens in der Mozartstraße sei nicht gedacht worden. „Die kann man nicht mehr allein los lassen“, sagte eine Mutter.

Die Vorschläge der Bürger, die sie der CDU-Fraktion mitgaben: Die Kienlesbergstraße ab dem Lehrer-Tal-Weg so schnell wie möglich wieder öffnen. Baustellenampeln sollen den Verkehr regeln. Ebenso soll die 20-Meter-Einbahnstraßenregelung in der Schubartstraße aufgehoben werden. „Dann brauchen wir nicht mehr die ganze Mozartstraße durchfahren.“