Neu-Ulm / EDRU Uwe Fliegner, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Neu-Ulm (BGNU), hat in der Mitgliederversammlung an die Kommunalpolitik appelliert, dass schon beim Ausweisen künftiger Baugebiete festgeschrieben werden müsse, dass bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird.

Uwe Fliegner, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Neu-Ulm (BGNU), hat in der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend im Edwin-Scharff-Haus an die Kommunalpolitik appelliert: Schon beim Ausweisen künftiger Baugebiete müsse festgeschrieben werden, dass sich die Bauträger dazu verpflichten, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Fliegner nannte auch eine Zahl. Dies müsse für 20 Prozent der zu erschließenden Grundstücksflächen gelten. Fliegner riet den Kommunalpolitikern, "nur einen Tag bei uns vorbeizuschauen, wer sich alles als wohnungssuchend meldet und wem wir alles absagen müssen". Vor allem Mieter mit kleinen Geldbeuteln hätten es überaus schwer und stünden dann auch im Regen.

Wie die BGNU-Mitglieder durch Fliegners Geschäftsbericht erfahren haben, war 2014 ein recht erfolgreiches Jahr. Im Fokus standen die Neubauten im Bereich des Braunareals in der westlichen Neu-Ulmer Innenstadt, wo 14 Eigentumswohnungen, 3 frei finanzierte und 24 sozialgebundene Wohnungen neu entstanden sind. 78 Wohnungen im Bestand wurden saniert. Zusammen mit der BSG Allgäu sind 440 Wohnungen im Besitz der Genossenschaften, 412 werden von ihnen verwaltet. Dazu kommen noch diverse Räume und Garagen. Das Jahr 2014 wird mit einem Überschuss von rund 350 000 Euro abgeschlossen. An Mitglieder, die Anteile gezeichnet haben, werden vier Prozent Dividende ausgeschüttet. Die Bilanzsumme der BGNU lag im vergangenen Jahr bei fast 20Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote beträgt fast 40 Prozent, 60 Prozent des Wohnraums ist von Banken finanziert.

Einen Wechsel gibt es im Aufsichtsrat: Weil der Vorsitzende Max Geiger und Alexander Köstler aus Altersgründen ausscheiden müssen, wurden Tanja Fendt (28) und David Knuplesch (33) neu in den Aufsichtsrat gewählt. Fendt war zuerst SPD-, dann PRO-Stadträtin in Neu-Ulm, Knuplesch war bis vor kurzem SPD-Kreisvorsitzender.