Sport Basketballer sorgen für Umsatz in Ulm und Neu-Ulm

 Ulmer Pokalheld von 1996: Gary von Waaden hatte buchstäblich in letzter Sekunde ein sicheres Händchen und den Sieg gegen Top-Favorit Leverkusen gesichert.
 Ulmer Pokalheld von 1996: Gary von Waaden hatte buchstäblich in letzter Sekunde ein sicheres Händchen und den Sieg gegen Top-Favorit Leverkusen gesichert. © Foto: imago/Oliver Behrendt
Ulm/Neu-Ulm / Hans-Uli Mayer 14.02.2018
Das Pokalfinale der Basketballer beschert der Hotellerie gute Umsätze. Die drei Gästeteams bringen 1000 Fans mit.

So argwöhnisch viele die Pläne der Ulmer Basketballer zum Orange Campus betrachten, so erwartungsfroh ist die Stimmung vor dem Pokalfinale an diesem Wochenende. Vor allem fiebern die Fans auf das Halbfinale am Samstagnachmittag in der Arena gegen den souveränen Tabellenführer aus München hin und hoffen auf eine Überraschung. Ähnlich vielleicht wie 1996, als Ulm als krasser Außenseiter der bisher einzige Titel gelang. Siegerschütze Gary von Waaden genießt seither Kultstatus in der Ulm/Neu-Ulmer Basketballgemeinde.

Zu der zählt sich auch Heike Schober, die Direktorin des Maritim-Hotels. In ihrem Haus sind mit Berlin und Bayreuth gleich zwei teilnehmende Teams untergebracht und obendrein auch viele Fans – auch solche von Bayern München, der neben Ulm dritten Auswärtsmannschaft. „Die Sportler sind ein nettes Publikum, sehr verträglich und benehmen sich gut“, schwärmt die Hoteldirektorin, die selbst versucht, das eine oder andere Spiel am Wochenende in der Halle live zu erleben.

Betten mit Überlänge

„Ich fiebere mit und wünsche mir natürlich, dass Ulm gewinnt“, sagt Frau Schober, wohl wissend, dass der FC Bayern derzeit souverän die Tabelle anführt und schwer zu schlagen sein wird. Aber der Pokal hat seine eigenen Gesetze, weiß auch die Direktorin, die sich ebenfalls auf eine routinierte Mannschaft verlassen kann, wie sie sagt: „Wir haben öfter Sportler als Gäste.“ Auch Basketballer, weswegen das Haus an der Donau über eine genügende Anzahl an Betten mit Überlänge (2,20 Meter) verfügt.

Über solche Schlafstätten verfügt auch das Hotel Landgasthof Hirsch in Finningen, wo der FC Bayern logiert. Für die Hotelbuchungen sind im Übrigen die Vereine selber verantwortlich, die auch für ihre eigenen Fans sorgen. Aus München kommen immerhin 500, aus Berlin reisen 300 an und aus Bayreuth sind es 200 Anhänger, die in Ulm und Neu-Ulm Quartier beziehen.

Für den Rest ist der Ulmer Basketballverein verantwortlichen. Mitten drin ist Niko Keller, dem erst am Wochenende eine besondere Ehrung zuteil geworden ist. Seit Gründung des Vereins 2001 hat er kein einziges der 350 Heimspiele versäumt, weshalb er am Samstag im Spiel gegen Gießen geehrt wurde. Ihm zufolge haben Stadt und Kirchengemeinde zugestimmt, das Münster in der Vereinsfarbe orange anzustrahlen.

Schiedsrichter im Meinl

Sein Job war es beispielsweise auch, die zwei Schiedsrichter-Crews mit acht Mann unterzubringen, die nicht mit einer der Mannschaften unter einem Dach sein dürfen. Sie sind im Hotel Meinl in Reutti einquartiert, und die Ehrengäste, Sponsoren und die überregionale Presse einschließlich der Kamerateams im Tulip (Neu-Ulm). Wie viele Ehrengäste kommen, scheint indes noch nicht ganz klar zu sein. Sicher aber ist, wer am Sonntag die Siegerehrung vornehmen wird: der bayerische Staatsminister des Inneren Joachim Herrmann.

Nur noch wenige Stehplatzkarten

Vorverkauf Wie Niko Keller von der BBU mitteilt, sind beide Tage weitgehend ausverkauft. Nach derzeitigem Stand gibt es noch wenige Stehplatzkarten. Ob es eine Tageskasse an der Halle geben wird, ist noch nicht endgültig entschieden und hängt vom weiteren Verlauf des Vorverkaufs in den nächsten Tagen ab.