Orange Campus Orange Campus: Basketballer fordern Entscheidung noch im Juli

Orange Campus Pressegespräch
Orange Campus Pressegespräch © Foto: Schwerdtfeger
Ulm / Chirin Kolb 08.07.2017
Über die städtischen Zuschüsse für den Orange Campus soll noch im Juli entschieden werden, hofft der Verein BBU ’01. Das Projekt sei solide finanziert.

Der Basketball-Verein BBU ’01 drückt aufs Tempo. Die Verantwortlichen Andreas Oettel und Thomas Stoll hoffen auf eine Entscheidung über die städtischen Zuschüsse für das Basketball-zentrum Orange Campus noch in diesem Monat.  „Wir sind zuversichtlich, dass im Juli eine Entscheidung für oder gegen das Projekt fällt“, sagte Oettel in einer Pressekonferenz. Das knapp 23 Millionen Euro teure Vorhaben am Neu-Ulmer Donauufer sei solide finanziert und durchgerechnet. „Alles steht stabil.“

Die Basketballer möchten so schnell wie möglich mit dem Bau beginnen. Baurechtlich ist alles in trockenen Tüchern, finanziell aber nicht. Die Stadträte in Ulm und Neu-Ulm müssen noch entscheiden, ob sie Geld für das Projekt geben. Im Raum stehen 3 Millionen Euro Zuschuss und ein ebenso hohes Darlehen von Ulm sowie 1,5 Millionen Euro Zuschuss von Neu-Ulm.

Um die Finanzierbarkeit und Wirtschaftlichkeit des Orange Campus zu bewerten, hat Ulm einen Wirtschaftsprüfer eingeschaltet. Unter Stadträten gibt es noch Vorbehalte, ob das wirtschaftliche Risiko kalkulierbar ist, ob Eigenkapital und Sicherheiten ausreichen, um das Projekt mit öffentlichem Geld zu unterstützen.

Diese Vorbehalte können Stoll und Oettel nicht nachvollziehen. „Dass öffentliche Zuschüsse an Bedingungen geknüpft sind, ist selbstverständlich“, sagte Oettel. Der Orange Campus mit Trainingshallen, BBU ’01-Geschäftsstelle, Fitnesszentrum und Büroflächen sei aber solide. Der Verein rechnet so:

  • der Orange Campus kostet knapp 23 Millionen Euro
  • 4,5 Millionen Euro kommen als Zuschüsse von Ulm und Neu-Ulm, 700 000 Euro schießt der Württembergische Landessportbund zu.
  • 5,2 Millionen Euro haben die Basketballer nach eigenen Angaben als Eigenmittel
  • der Rest, also fast 13 Millionen Euro, sind Fremdmittel, beispielsweise Darlehen von Banken und der Stadt Ulm.

Der Orange Campus trage sich vollkommen unabhängig von sportlichem Erfolg oder Sponsoren selbst, sagte Stoll – „und auch ohne öffentliche Zuschüsse“. Dafür sorgten die Erlöse aus der Vermarktung und Mieteinnahmen.

Oettel ist zuversichtlich, dass der Neu-Ulmer Stadtrat noch im Juli entscheidet. Auf Ulmer Seite ist das Vorgehen komplizierter. Dort befassen sich am Donnerstag, 13. Juli, der Hauptausschuss und der Ausschuss für Bildung und Sport in einer gemeinsamen, nicht öffentlichen Sitzung mit dem Orange Campus. Ob das Thema noch vor der Sommerpause in den Gemeinderat kommt, hängt von ihrem Votum ab.

„Die Stadträte werden von uns vollumfänglich informiert“, sagte OB Gunter Czisch auf Anfrage. „Ein so großes Sportprojekt hatten wir noch nie.“ Ob den Stadträten die Erkenntnisse ausreichen, will Czisch nicht beurteilen. „Der Gemeinderat soll nicht in der Zeitung lesen, wie er zu entscheiden hat.“

Oettel und Stoll verweisen unterdessen auf den Millionen-Wert, den der Profi-Basketball für Ulm, Neu-Ulm und die ganze Region hat (siehe Info-Kasten). Der Orange Campus sei vor allem notwendig für die Nachwuchsarbeit und die Kinder und Jugendlichen, die Basketball für sich entdeckt haben. Es fehlen Trainingshallen, und der Verein, der laut Stoll mittlerweile 2500 Mitglieder hat, ist mit der Stadt Ulm im Gespräch, übergangsweise die alte Kepler-Turnhalle zu nutzen. Dennoch müssten wöchentlich Kinder und Jugendliche abgewiesen werden, weil die Trainingskapazitäten nicht ausreichen.

Das bringt der Basketball für die Region

Studie Im Auftrag des Basketballvereins BBU ’01 hat Valu-Media die ökonomischen, medialen und imagebildenden Effekte des Basketballs in der Region untersucht. Die Ergebnisse:

Wertschöpfung Durch regionale Wertschöpfung und auch überregionale mediale Präsenz generiere das Profi-Team ökonomische Gesamtwerte von rund 12 Millionen Euro pro Saison.  7,4 Millionen Euro an Wertschöpfungseffekten kommen demnach über Sach- und Personalausgaben zustande: über Lohnsteuer beispielsweise, die der Verein bezahlt, oder über Steuern, die durch Konsum der Besucher anfallen.

Werbung Das Bundesliga-Team sei ein wichtiger Werbefaktor für Ulm und Neu-Ulm. Die Studie beziffert den medialen Wert auf 14 Millionen Euro.