Normalerweise sollte man Autos und Drinks strikt voneinander trennen. Claudiu Curiman aus Neu-Ulm sieht das allerdings ein bisschen anders. Der 27-Jährige hat seinen roten VW-Bus, Baujahr 74, in eine mobile Cocktailbar verwandelt. „Ich bin in ganz Deutschland unterwegs“, sagt der Barkeeper.

Kühlschrank, Waschbecken, Fernseher, Musikanlage: Im Bus findet sich alles, was eine Bar braucht. Claudiu muss nur das Dach seines Bullis hochklappen, schon wird die Seitenfront zur Theke.

„Ich habe so etwas vor drei, vier Jahren im Thailand-Urlaub gesehen“, sagt Claudiu. Sofort war ihm klar: „Das will ich auch haben.“

In zwei Jahren zum Ulmer Cocktailbus

Bis es so weit war, musste Claudiu viele Arbeitsstunden in seinen Bulli investieren: „Niemand gibt dir Pläne, wie man so etwas bauen kann.“ Während er in verschiedenen Ulmer Locations – unter anderem im Enchilada – als Barkeeper arbeitete, tüftelte er in seiner Freizeit mehr als zwei Jahre lang an dem Projekt. Besonders das aufklappbare Dach erwies sich als schwierig. „Doch irgendwann hat dann fast alles geklappt, was ich wollte“, so Claudiu.

„Stranger 74“: Sprung in die Selbstständigkeit

Die letzte Hürde: die deutsche Bürokratie. „Für die Behörde war der Cocktailbus erst einmal komisch, die wussten nicht, wie sie das einordnen müssen“, blickt Claudiu zurück. Doch schließlich klappte alles mit der Zulassung. Vor rund eineinhalb Jahren konnte Claudiu schließlich als Eventcaterer mit seiner mobilen Bar loslegen. „TheCocktailBusUlm“ ist seitdem jedes Wochenende auf Festivals, Street-Food-Märkten und Hochzeiten unterwegs. Das Fahrzeug ermöglichte dem Barkeeper, der als 21-Jähriger aus Rumänien nach Deutschland zog, den Sprung in die Selbstständigkeit – und die Erfüllung eines Traums. „Ich wollte schon immer etwas Eigenes für mich“, sagt er. Seine Eventcatering-Firma heißt „Stranger 74“ – eine Anspielung an das Baujahr seines Bullis.

Catering in Ulm: Weitere mobile Bar in Vorbereitung

Der rote Retro-Bus ist ein Hingucker auf der Straße. „Es ist cool, damit zu fahren, die Leute winken und lachen immer“, erzählt Claudiu. Aber der Oldtimer hat seine Tücken: „Man weiß nie, ob man ankommt oder nicht.“ Seitdem der Eventcaterer einen breiteren Radius abdeckt, transportiert er den Cocktailbus mit einem Anhänger.

Inzwischen ist ein zweiter Bus mit mobiler Bar in Planung, diesmal aber in einer anderen Farbe. Der Umbau wird schneller gehen als beim ersten Bus, ist sich der Gastronom sicher: „Jetzt weiß ich, wie ich das machen muss.“

Dieser Artikel ist in Kooperation mit cityStories Ulm entstanden.

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Wer Claudiu Curimans Cocktails selbst ausprobieren will, hat dazu bald Gelegenheit: Am 16. und 17. November 2019 macht der Cocktailbus Station bei der Hochzeitsmesse in der Ratiopharm Arena.