Pressekonferenz, Schweinebraten und Tombola. Ein Vereinsjubiläum eben. Die Bandidos, der weltweit zweitgrößte Rockerclub, hat in Ulm ein Jubiläum gefeiert. Seit 20 Jahren ist die Outlaw Motorcycle Gang in Deutschland aktiv. So aktiv, dass es auf den Zufahrtsstraßen zum Veranstaltungsort im Donautal so wirkte, als befinde man sich mitten in einer Terrorfahndung der 70er-Jahre. Überall Polizei.

Mit Drogenhandel, Erpressung, Prostitution bringen die Ermittlungsbehörden die Bandidos in Verbindung. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Tote und Verletzte, wenn die Rocker mit ihren Rivalen, den Hells Angels oder in Ulm auch den Männern von Rock Machine, um Pfründe und Einfluss stritten.

Erst im Oktober wurden vier Bandidos verurteilt

Ein normaler Club für gemeinsame Motorradausflüge sind die Bandidos sicher nicht. Eher „Ziemlich böse Freunde“, wie Peter Maczollek, Deutschlands bekanntester Bandido, seine 2013 veröffentlichte Autobiographie nannte. Darin zeichnete er genau jenes Bild der spleenigen, Motorrad-verliebten Männerwelt, das am Samstag auch der Pressesprecher der Rocker verkaufen wollte.

Dabei wurden erst Ende Oktober wieder vier Bandidos zu Haftstrafen verurteilt, weil sie in Herne einen anderen Rocker zum Pflegefall geprügelt hatten. Ulm erlebte am Samstag die spießige Inszenierung eines Clubs, der sich außerhalb unsere Gesetze bewegt. Und deshalb gefährlich ist und bleibt.