Droht Gefahr? Man könnte das fast meinen – angesichts eines wohl noch nie dagewesenen Rocker-Aufgebots, das Ulm am Samstag erwartet. Weniger ob der Feiernden selbst, als wegen des Polizeiaufgebots. Mit bis zu 900 Beamten rechnen die Veranstalter, die Polizei bestätigt auf Anfrage nur, dass man „mit starken Kräften“ vor Ort sein werde. Ob man vor den „die schweren Jungs“ einfach Flagge zeigen will, Kontrollen geplant sind oder die Veranstaltung vor konkurrierenden Gangs geschützt werden soll, darüber lässt sich nur spekulieren.

Bandidos feiern in Ulm ihren 20. Geburtstag

Was gefeiert wird? Der weltweit zweitgrößte Rockerclub „Bandidos“ begeht in einer normalerweise für türkische Hochzeiten genutzten Eventlocation im Ulmer Donautal das 20-jährige Bestehen der deutschen Sektion. Erwartet werden nach Angaben eines Sprechers des Ulmer Ortsvereins 1800 Gäste aus der ganzen Welt. Die am weitesten angereisten kommen demnach aus Thailand, Russland, aus der Ukraine.

Allerdings dürfte es bei der Fete in der Benzstraße gesittet zugehen. Das beginnt damit, dass fast keiner der Gäste mit dem Motorrad anreisen wird, stattdessen kommen die (ehemaligen) Kuttenträger der Bandidos per Charterbus oder im Auto. Drinnen gibt es ein schwäbisches Buffet und eine Tombola, am späteren Abend wird eine Stripperin die Hüllen fallen lassen.

Bandidos machen in Ulm eine Pressekonferenz am Abend

Auch mit den Medien gehen die Rocker offen um, „obwohl das bei uns normalerweise nicht üblich ist“, wie es in der Einladung heißt. Foto- und Filmaufnahmen drinnen sind ausdrücklich erlaubt, sogar eine Pressekonferenz soll es am frühen Abend geben.

Lange Zeit herrschte Rockerkrieg im Südwesten

In Baden-Württemberg, auch in der Region um Ulm, speziell in Heidenheim, hatte es in der Vergangenheit immer wieder schwere Zusammenstöße und geradezu kriegsähnliche Zustände zwischen verschiedenen Rocker-Gruppierungen gegeben. Schüsse, Prügel und Brandanschläge waren keine Seltenheit.