Landsmannschaft Banater Schwaben treffen sich in Ulm

Ulm / Frank König, Chirin Kolb 22.05.2018

Es war der Hingucker des samstäglichen Stadtbummels: Frauen und Männer, Jugendliche und Ältere tanzten in farbenprächtigen Trachten in der Fußgängerzone und auf Plätzen der Altstadt. Die Banater Schwaben trafen sich an Pfingsten zum 22. Mal in Ulm, um ihren Heimattag zu feiern. Tausende Teilnehmer kamen nicht nur aus Rumänien, sondern aus allen Teilen Deutschlands, aus vielen Ländern Europas und sogar aus Übersee: aus Brasilien und Argentinien. Die Auftritte in der Ulmer Innenstadt waren der öffentlichkeitswirksame Teil des Treffens, das am Sonntag in der Donauhalle fortgesetzt wurde.

Was es heißt, Banater Schwabe zu sein, fasste der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Peter-Dietmar Leber, beim Empfang im Rathaus so zusammen: „Bewährtes ehren, pflegen und weitergeben. Und offen sein für Neues.“ Die Traditionen der Donauschwaben haben auch für junge Generationen Bedeutung. Die Landsmannschaft komme gern nach Ulm, die Stadt sei „der Gedächtnisort der Banater“ geworden, sagte Leber und verwies unter anderem auf das Donauschwäbische Zentralmuseum.

Um Gedenken ging es auch am Auswandererdenkmal am Donauschwabenufer, wo die Banater Schwaben zusammen mit OB Gunter Czisch einen Kranz niederlegten. Die Heimatverbundenheit sei ein wichtiges Element der eigenen Identität, hatte Czisch zuvor im Rathaus gesagt. Toleranz, Offenheit, Respekt und Achtung seien unabdingbar für ein gutes Miteinander, sagte der OB, der sich ausdrücklich gegen „Völkisches und Nationalistisches“ auch und gerade in den Ländern an der Donau aussprach. Es gehe darum, für „Frieden und Freiheit in Europa“ einzutreten, sagte das Stadtoberhaupt auch bei der Hauptkundgebung am Sonntag in der Donauhalle – und machte schon mal Werbung für das 11. Donaufest.

Zum Wohlstand beigetragen

Justiz- und Europaminister Guido Wolf wies darauf hin, dass die im 17. und 18. Jahrhundert mit Ulmer Schachteln ausgewanderten Banater Schwaben nach dem

Ulmer reisen nach Temeswar

Patenschaft Ulm ist nicht nur alle zwei Jahre Schauplatz der Heimattage der Banater Schwaben, Ulm hat vor 20 Jahren eine Patenschaftserklärung für sie unterschrieben und ist der Landsmannschaft daher eng verbunden. Schon im September steht ein Besuch im Banat an. Eine Delegation der Paten, darunter OB Czisch, reist nach Temeswar (Timisoara) in Rumänien. Temeswar wird 2021 europäische Kulturhauptstadt. Eine Ausstellung im Ulmer Messefoyer zeigte: Temeswar erinnert 2018 auch an  300 Jahre Ausbau nach Befreiung von den Türken.

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