Infrastruktur Bald Entlastung fürs Ulmer Industriegebiet Donautal

Die Kreuzung der Wiblinger Allee mit der Hans-Lorenser-Straße (links) war lange Zeit einer der Schwachpunkte im Industriegebiet. Der Umbau wird nun wesentlich früher als geplant zum Monatsende fertig. Im Hintergrund ist das Müllheizwerk zu sehen.
Die Kreuzung der Wiblinger Allee mit der Hans-Lorenser-Straße (links) war lange Zeit einer der Schwachpunkte im Industriegebiet. Der Umbau wird nun wesentlich früher als geplant zum Monatsende fertig. Im Hintergrund ist das Müllheizwerk zu sehen. © Foto: Matthias Kessler
Ulm/Neu-Ulm / Frank König 05.09.2018
Die Kreuzung mit der Hans-Lorenser-Straße ist schon Ende September fertig. Für den weiteren Ausbau kommt die Südanbindung.

Im baustellen-geplagten Ulm gibt es das nicht jeden Tag. Eine kritische Baustelle wird deutlich früher fertig, allerdings nicht in der City. Vielmehr können Berufspendler und Lastwagen im Industriegebiet Donautal die erheblich ausgebaute Abfahrt in die Hans-Lorenser-Straße mit Firmen wie Seeberger oder Gardena schon Ende September benutzen. Ursprünglich sollte die vielbefahrene Kreuzung, die oft Rückstaus bis auf die B 30 verursacht, erst im Dezember fertig werden. Der neue Chefverkehrsplaner Michael Jung begründete die deutliche Bauzeit-Verkürzung mit dem hohen Engagement der im Umfeld ansässigen Tiefbau­firma Heim, die auch Schichten am Wochenende gefahren hat.

Auf diese Weise werde es nun möglich sein, nach den finalen Asphaltarbeiten am 29./30. September die Kreuzung Anfang Oktober freizugeben. Bis dahin rechnet Jung freilich mit drei harten Stauwochen, weil nach Ferienende der Verkehr im Industriegebiet nochmal ansteigt. Seitens der Industrie- und Handelskammer, die das Projekt mit vorangetrieben hatte, kam dennoch Lob. Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle nannte die Bauzeitverkürzung um mehrere Wochen sogar eine „grandiose Leistung“.

Sälzle sieht im weiteren Ausbau der B 30-Abfahrt ins Industriegebiet das zuständige Regierungspräsidium Tübingen in der Verantwortung. Die Abfahrt müsse zweispurig werden, um die ständigen gefährlichen Rückstaus auf der B 30 zu verhindern.

Linksabbiegen mit Ampel

Jedenfalls soll die Kreuzung der Wiblinger Allee mit der Hans-Lorenser-Straße viel durchlässiger werden: mit zwei Spuren von der B 30 her Richtung Gardena und zwei von der Hans-Lorenser-Straße in die Gegenrichtung. Weil die Kreuzung künftig eine Ampel hat, kann das Linksabbiegen ins Industriegebiet nicht mehr durch entgegenkommende Fahrzeuge vom Kuhberg und Tangentenring längere Zeit blockiert werden.

In einem zweiten Bauabschnitt wird die Wiblinger Allee dann von Mai bis Dezember 2019 zwischen Hans-Lorenser-Straße und Daimlerstraße verbreitert und ganz neu aufgebaut. Das heißt: Während dieser Zeit gilt eine Vollsperrung – mit örtlicher Umleitung über die Straßen des Industriegebiets. Gesamte Kosten: rund vier Millionen Euro.

Die Lage vor Ort verkompliziert sich auch dadurch, dass bereits im März die Laupheimer Straße durch den Gögglinger Wald gesperrt wird, weil sie grundlegend saniert werden muss. Planungschef Jung beabsichtigt die Fertigstellung dieses Abschnitts bis Mitte Mai. Dabei soll auch der Radweg vom Verkehrsteiler bis zur Waldkante von der Straße getrennt werden.

Wegen der verschiedenen Straßensperrungen greift die Stadt zu einem außergewöhnlichen Mittel der Verkehrsentlastung: der Südanbindung des Industriegebiets, allerdings nur für Pkw. Sie zweigt von der Verbindungsstraße zwischen Gögglingen und Einsingen kurz vor dem Bahnübergang in die Nicolaus-Otto-Straße ab. Die Südanbindung gilt somit von März bis Jahresende 2019 und nicht, wie von der IHK ins Spiel gebracht, auch für die Schlussphase des Umbaus der Kreuzung an der Wiblinger Allee. Sälzle zeigte Verständnis: „Für drei Wochen macht das keinen Sinn.“

Schwachpunkt Kastbrücke

Im Zuge der Bauarbeiten an der Kreuzung war es auch möglich, die aus zwei Bauphasen stammende Kastbrücke sicherheitstechnisch zu sanieren und beispielsweise die Geländer herzurichten. Die Brücke muss nach Jungs Worten gleichwohl früher oder später erneuert werden. Die Bauarbeiten an der Stelle laufen vorerst abseits der Straße weiter: weil das potenzielle Wasservolumen der Überschwemmungsfläche durch eine Vertiefung des Rückhaltebeckens an der Donau wiederhergestellt werden muss. Dies hat jedoch keine Auswirkungen auf den Straßenverkehr.

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35.000 Fahrzeuge täglich

Frequenz Die Wiblinger Allee wird südlich der Kreuzung mit der Hans-Lorenser-Straße in beiden Fahrtrichtungen von rund 35.000 Fahrzeugen täglich genutzt. Die Zahlen aus einer Verkehrszählung von 2015 nannte ergänzend Christoph Kolibius von der Verkehrsplanung der Stadt Ulm. Diese Verkehrsströme dürften wegen des Booms in der Industrie in der Zwischenzeit eher größer geworden sein. Das Ulmer Donautal platzt zudem aus allen Nähten.

Gegen Stau Eine Initiative von Unternehmen, an der Spitze Gardena, hatte sich zusammen mit der IHK für eine bessere Zufahrt eingesetzt – auch im Sinne der Mitarbeiter, die dort im Stau stehen. Der Bau­beginn war am 20. Juli.

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