Ulm Bahnhofsvorplatz: Doch keine vier Autospuren?

Ulm / HANS-ULI THIERER 15.07.2016
Alles schien nach Ratsbeschlüssen gelaufen. Doch jetzt kommt es in der Frage der Ulmer Bahnhofsplatzgestaltung doch noch mal zu einem neuen Anlauf.

Neugestaltung des Platzes vor dem Ulmer Hauptbahnhof: Dafür liegen aus der Zeit, bevor Tim von Winning vor Jahresfrist Baubürgermeister wurde, Beschlüsse des Gemeinderats vor. Der Neue an der Spitze der städtischen Bauverwaltung machte schon im April im Fachausschuss keinen Hehl daraus, dass er sie wenigstens an zwei Stellen für diskussions- und veränderungsbedürftig hält: Erstens in der Frage,  ob die Friedrich-Ebert-Straße tatsächlich vierspurig bleiben muss und damit erheblichen Platz wegnimmt für eine neue Platzgestaltung. Zweitens, ob der preisgekrönte Entwurf der Architektengemeinschaft Hullak/Rannow (Ulm) und Hummert (Dortmund) mit einer langgezogenen  Überdachung vor dem Hauptbahnhof noch passt.

 Jetzt macht von Winning ernst: Am 26. Juli ist ein öffentliches Forum, das sich genau mit diesen beiden Problematiken auseinandersetzt. Der Bürgermeister sagte am Donnerstag vor der Presse, die Rahmenbedingungen hätten sich in vielerlei Hinsicht geändert: Die öffentliche Tiefgarage falle kleiner aus, bekomme aber eine größere Ein- und Ausfahrt. Beim zweifellos „sehr guten“ Gestaltungsentwurf mit großer Überdachung könnten statische Probleme auftreten. Vor allem aber sehe er die Gefahr, dass das neue Element zwischen Bahnhof und Innenstadt die Wirkung eines Riegels bekommen könnte, wenn unter dem Dach senkrechte Elemente platziert werden wie beispielsweise unverzichtbare Wegführungen, Werbe- und Infoanlagen.

In der Verkehrsfrage hätten neue Untersuchungen zur Erkenntnis geführt, dass die Knoten Olga-/Neutorstraße im Westen und Neue-/Friedrich-Ebert-Straße im Osten die Leistungsfähigkeit der Friedrich-Ebert-Straße wie Flaschenhälse begrenzten. „In der Mitte kann man machen was man will, es fließt nicht mehr durch, wenn ich zwei begrenzte  Öffnungen habe“, sagte von Winning. Er plädiert mehr oder weniger offen für eine Reduzierung der Friedrich-Ebert-Straße auf je eine Spur pro Fahrtrichtung. Auch, um mehr Raum für die eigentliche Platzgestaltung zu gewinnen. „Darüber möchten wir reden.“

Info Der Info- und Diskussionsabend zur Neugestaltung des Bahnhofsplatzes ist am Dienstag, 26. Juli, 19 Uhr im Stadthaus.  

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel