Ulm / JAKOB RESCH Zuerst der Ideenwettbewerb, jetzt der erste Realisierungswettbewerb: Mit der Arbeit an der Bahnhofsplatzgestaltung geht das Projekt Citybahnhof in seine konkrete Phase. Die Stadträte hatten noch viele Fragen.

Am Dienstag im Stadtentwicklungsausschuss war es so, wie es eben ist. Die Stadtplaner waren den Stadträten einen Schritt voraus. Sie sprachen unter Berufung auf Expertenexpertisen über Vor- und Nachteile von Varianten für die Verkehrsführung auf dem künftigen Bahnhofsplatz und lösten damit nur neue Fragen unter den Stadträten aus. Die brachten im Rahmen des Citybahnhofprojektes dann zwar den Realisierungswettbewerb für den Bahnhofsplatz auf den Weg (wir berichteten kurz), setzten dabei aber deutliche Duftmarken.

Die Ebert-Straße: So wird die Friedrich-Ebert-Straße nicht wie von der Verwaltung vorgesehen von vier auf zwei Fahrspuren reduziert. Das haben CDU und FWG verhindert mit dem Argument, dass der Verkehr fließen und der Bahnhof schnell angefahren werden können muss. Helmut Kalupa von der Stadt hatte gesagt, zwei Spuren funktionierten auch und erleichterten die ebenerdige Querung für Passanten. Das Problem liege nicht an der Zahl der Fahrspuren, sondern an „der Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte“.

Die Haltestelle: Gegen die von Verwaltung und Stadtwerken präferierte 2-gleisige Lösung mit 120 Meter langen Bahnsteigen für die Haltestelle hatte sich in der Bürgerbeteiligung Widerstand geregt; doch eine kompakte 4-gleisige hätte noch mehr Raum gekostet. Kalupa: „ Es ist ohnehin der halbe Bahnhofsplatz durch Verkehrseinrichtungen belegt.“ Es bleibt bei zwei Gleisen.

Der Wettbewerb: Prinzipiell war man sich am Ende einig, dass für die Architekten im Wettbewerb klar sein muss, mit was sie planen sollen: zwei Gleise, vier Fahrspuren.

Der Bahnhofplatz: Die Aufgabe ist komplex genug. Baubürgermeister Alexander Wetzig: „Es geht darum, die Verkehrsflächen zu gestalten und ins Stadtbild zu integrieren.“ Das betrifft Fußgänger, Radler, Bus, Bahn, Autos, Taxen, Nah- und Fernverkehr. Wichtige Elemente sind eine neue, überdachte Haltestelle und Tageslicht für die unterirdische Passage, für die bereits die Aufgänge mitgeplant werden müssen.

Die Bürgerbeteiligung: Die Grünen protestierten gegen eine mangelnde Informationspolitik seitens der Stadtverwaltung im Zuge der Runden Tische zum Citybahnhof, zum Beispiel über die geplante Bahnhofgarage. Birgit Schäfer-Oelmayer: „Der Beteiligungsprozess zum Citybahnhof droht zu scheitern.“ Sie wollten in eine weitere Runde gehen – und stimmten gegen die Auslobung des Wettbewerbs.

Die Sedelhöfe: Die Anbindung der Sedelhöfe an die Passage spielte in der Sitzung eine Rolle, spielt aber keine für den Wettbewerb. Sie gehört nicht in dieses Verfahren.

Der Zeitplan: „Wenn wir ein Projekt voranbringen müssen, dann ist es dieses“, betonte Wetzig. Das hat vor allem mit dem Bau der zweiten Straßenbahnlinie zu tun, die am Hauptbahnhof durchfährt. Dieser muss 2018 abgeschlossen und 2019 abgerechnet sein. Sonst gibt es nämlich keine Zuschüsse.

Das Verfahren: Für den Realisierungswettbewerb werden 35 Teilnehmer ermittelt, die fünf Preisträger aus dem Ideenwettbewerb sind gesetzt. Die Jury soll dann im April 2014 zu den Ergebnissen tagen. Kosten des Wettbewerbs: 290 000 Euro.