Im Zuge der geplanten Elektrifizierung der Südbahn ist in der Nacht zum Sonntag eine neue Brücke im Donautal eingesetzt worden. Die Arbeiten begannen gegen Mitternacht und dauerten bis in die Morgenstunden. Das ehemalige Bauwerk hatte nicht die entsprechenden Voraussetzungen für die Elektrifizierung. So war die Brücke für die künftigen Oberleitungen nicht hoch genug. Deshalb wurde sie  im vergangenen Herbst abgerissen. Seit Anfang März liefen jetzt die Vorbereitungen für den so genannten Einhub des neuen Bauwerks auf Hochtouren.

110 Tonnen schwer

Unter anderem wurde extra ein Raupenkran mit einer Tragfähigkeit von rund 650 Tonnen an Ort und Stelle transportiert, schreibt eine Mitarbeiterin der Bahn in Stuttgart. Die neue Brücke sei 18.5 Meter lang und 10,6 Meter breit. Ihr Gewicht betrage rund 110 Tonnen. Die B 311 werde dafür nicht gesperrt, die Arbeiten dauerten jedoch bis zum Ende der kommenden Woche, so die Bahn-Mitarbeiterin.

Der Brückenneubau an der Benzstraße im Ulmer Industriegebiet Donautal hat sich verzögert. Der Grund: Auf der Seite der Bundesstraße 311 sei der Baugrund nicht so belastbar wie angenommen, teilt die Bahn mit. Aus diesem Grund seien zusätzliche Gutachten und Statikberechnung sowie ein tieferer Aushub notwendig geworden. Ansonsten laufe jedoch alles nach Plan. 2021 soll die Elektrifizierung Ulm-Friedrichshafen abgeschlossen sein. Um den Ausbau der Südbahn voranzubringen, hatte sich das Land verpflichtet, bis zu 112,5 Millionen Euro zu dem rund 300 Millionen Euro teuren Vorhaben zuzuschießen – obwohl der Ausbau eigentlich Bundessache ist. Nur so ließ sich das Verkehrsministerium in Berlin für den Ausbau gewinnen.

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