Die B30 ist die wichtigste Verbindung für Autos und den Lkw-Verkehr zwischen Ulm und der Bodensee-Region. Im Sommer 2013 wurde mit den Bauarbeiten zu einer Ortsumfahrung von Ravensburg begonnen. Nach mehr als sechs Jahren Bauzeit wurde am Samstag der letzte Abschnitt der B30 eröffnet. Nach den Feierlichkeiten am Wochenende, kann dann ab Montag der Verkehr auf der 102 Kilometer langen Bundesstraße rollen.

Ravensburg hofft auf weniger Verkehr durch die B30 neu

Durch die Stadtumfahrung erhofft sich die Stadt Ravensburg eine deutliche Entlastung. Durchreisende müssen nicht länger auf den innerstädtischen Straßen fahren, sondern können die neue B30 nutzen.

Die neue Anschlussstelle der ausgebauten B30.
© Foto: Stadt Ravensburg

„Die neue, attraktive Nord-Süd-Achse der B30 wird endlich freigegeben. Ein langer und schwieriger Prozess findet damit ein gutes Ende. Dank gilt allen Beteiligten in der Region, beim Land und beim Bund. Aber auch allen Bürgerinnen und Bürgern und den betroffenen Landwirten für die Zusammenarbeit und die Geduld", schreibt die Ravensburger Stadtverwaltung in ihrer Pressemitteilung.

So läuft die Eröffnung des neuen Abschnitts ab

Am Wochenende wird der letzte Bauabschnitt der B30 eröffnet.

  • Am Samstag, 30. November, findet um 15 Uhr die feierliche Eröffnung der Trasse statt.
  • Bei der öffentlichen Feier sprechen der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Steffen Bilger, der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Herrmann, Regierungspräsident Klaus Tappeser und Ravensburgs Oberbürgermeister Daniel Rapp.
  • Am Sonntag gehört die neue Trasse den Bürgerinnen und Bürgern. Sie können die Strecke zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden.
  • Ab Montag ist die Strecke dann für alle Verkehrsteilnehmer eröffnet.

B30: Das Problemkind unter den Bundesstraßen

Im Jahre 1969 wurde erstmals der Bau einer Autobahn zwischen Günzburg und Friedrichshafen (über Ulm und Ravensburg) geplant. Diese Planungen wurden dann jedoch 1980 verworfen. Es wurde entschieden, die Bundesstraße strecken- und abschnittsweise zu bauen. Doch viele Streichungen angedachter Ausbaustrecken aus den Bedarfsplänen verzögerten die Fertigstellung der B30.

Auch die Häufigkeit von Staus und Unfällen ist ein großes Problem der Bundesstraße. Durch den wechselhaften Verlauf der Streckekommt es immer häufiger zu Staus. Teile der Strecke sind vierspurig ausgebaut - andere Abschnitte führen jedoch durch Ortschaften, deren Durchfahrten völlig überfüllt sind.

Überdurchschnittliche Anzahl an tödlicher Unfälle auf der B30

Die Bundesstraße ist bekannt für eine Häufung schwerwiegender Unfälle, die nicht selten tödlich enden. Bei Ravensburg etwa gab es zuletzt im Frühjahr einen Unfall auf der B30, bei der ein Quadfahrer starb. Insgesamt kam es zwischen Ulm und Friedrichshafen zu rund 65 Prozent mehr tödlichen Unfällen als auf anderen Bundesstraßen in Deutschland. Auf den nicht ausgebauten Abschnitten ereigneten sich 111 Prozent, und zwischen Baindt und Biberach 188 Prozent mehr tödliche Unfälle als im Bundesdurchschnitt.