Neu-Ulm B 10: Zustimmung zum Ausbau

Keine Seltenheit: Staus auf der zweispurigen B10 in Neu-Ulm vor dem Autobahnanschluss.
Keine Seltenheit: Staus auf der zweispurigen B10 in Neu-Ulm vor dem Autobahnanschluss. © Foto: Matthias Kessler 
Neu-Ulm / EDWIN RUSCHITZKA 15.07.2016
Die Stadt Neu-Ulm hat dem vierspurigen Ausbau der B 10 abermals zugestimmt. Vorbehalte gibt es wegen der Trassenbreite.

Neu-Ulm will weiter den  vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 10 zwischen dem Autobahnanschluss Nersingen und der Breitenhofstraße. Die Abstimmung über die veränderten Ausbaupläne des Staatlichen Bauamts in Krumbach fand am Mittwoch in der Sitzung des Technischen Ausschusses, öffentlicher Lebensraum und Verkehr eine breite Zustimmung – gegen zwei Stimmen aus dem Lager der Grünen.

Die Abstimmung war notwendig geworden, weil die Pläne nach der ersten Auslegung verändert wurden, so dass das Genehmigungsverfahren zumindest in Teilen neu aufgerollt wurde. Sprich: Die Planunterlagen waren erneut für die Öffentlichkeit einsehbar, die Träger öffentlicher Belange wurden beteiligt. Auch die Stadt Neu-Ulm hatte Veränderungsbedarf geltend gemacht und unter anderem für einen verbesserten Rad- und Fußweg im Bereich des Autobahnanschlusses plädiert.

In einem aber ist die Stadt Neu-Ulm überhaupt nicht einig mit den Fachplanern des Staatlichen Bauamts. Die Trassenbreite für den vierspurigen Ausbau ist ihr mit bis zu 31 Metern weiter viel zu mächtig, der damit einhergehende Landschaftsverbrauch weiter viel zu hoch. Das hatte die Stadt den Fachplanern schon bei der ersten Auslegung ins Stammbuch geschrieben – allerdings vergeblich. Die Abteilung Straßenbau in Krumbach sah diesbezüglich keinerlei Veränderungsbedarf. Was von Stadträten jedweder Couleur stets kritisiert worden war.

In der Ausschusssitzung nutzten die Fraktionen die Gelegenheit zu Grundsatzerklärungen: Die Grünen, so deren Fraktionschef Rainer Juchheim, lehnen den vierspurigen Ausbau weiter kategorisch ab. Sie wollen auch die anstehende Klage unterstützen. „Warum müssen so viele Millionen Euro ausgegeben werden, um ein paar Minuten Zeit zu gewinnen“, fragte Juchheim. Der Ausbau des Autobahnanschlusses und Tempo 70 auf der weiter zweispurigen B 10 hätten die Situation auch verbessert. „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“, sagte Juchheim.

Es gehe nicht um ein paar Minuten Zeitgewinn, sondern auch um die Sicherheit auf dieser unfallträchtigen Strecke, argumentierte CSU-Fraktionschef Johannes Stingl. Für ihn ist die Trassenbreite mit 31 Metern nicht hinnehmbar, „28 Meter wären besser, vielleicht sogar nur 21 Meter.“ Wenn das Bauamt dieser Forderung nachkommen würde, „wäre der Konsens in der Bevölkerung größer“. Erich Niebling (CSU) kritisierte die weiter langen Umwege der Landwirte, die die vierspurige B 10 nicht befahren dürfen

Kleine Scharmützel gab es zur möglichen Querspange zwischen Ludwigsfeld und dem Wiley. Diese umstrittene Trasse ist weiter im Bundesverkehrswegeplan enthalten, aber nicht vordringlich.  Die Behauptung der Bürgerinitiative gegen den B-10-Ausbau, dass diese Straße zwingend sei, wenn die Vierspurigkeit kommt, fand Unterstützer in der SPD-Fraktion. Die CSU kritisierte dagegen, dass damit nur Stadtteile gegeneinander ausgespielt würden.

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