Die deutsch-kroatische Autorin Jagoda Marinic stellte jetzt in der Buchhandlung Jastram ihren neuen Roman "Restaurant Dalmatia" vor.

Ein noch verschweißtes Exemplar ihres Romans diente Jagoda Marinic unter dem Mikrofon als Stütze. Dabei hätte sie eigentlich gar kein Mikro gebraucht vor den knapp 20 Zuhörern in der Buchhandlung Jastram. Lediglich als Stütze, als Ausgangspunkt, dienten die zu Beginn gelesenen Passagen dann auch in der folgenden Diskussion über Heimat, Sprache und Identität.

Der Ausgangspunkt des Romans, der von Aufbruch erzählt und Rückkehr, liegt in Kanada. Protagonistin Mia, aufgewachsen in Berlin und wie Marinic mit kroatischen Wurzeln, befindet sich, weit weg von der Heimat, am Zenit ihrer Karriere. Doch die 38-jährige hadert mit sich und der kommunikativen Leichtigkeit der neuen Heimat. "Warum ist man nicht glücklich, wenn man da ist, wo man immer hin wollte", fragt sie sich und stellt dem amerikanischen Lebensgefühl die kroatische "Leere" entgegen, eine Melancholie, die in Mias Fall in Trägheit mündet und letztendlich in ein Zurück. Aber wohin? Es beginnt eine Suche.

Eine Suche sei es auch bei ihr gewesen, erzählte Autorin Marinic im Anschluss. Zwar sei Mias nicht ihre Reise. Doch ihre bisherigen Bücher, zwei Erzählbände und zuletzt ein Roman, handelten immer ortsungebunden und zeitlos, geerdet in einer dafür umso dichteren Sprache.

Der aktuelle Roman ist das Resultat dieser Suche. Der Suche nach einer eigenen Sprache für das, was auch die eigene Identität ausmacht.

Auf die Kroatin Zora, im Roman die Tante Mias und Inhaberin des titelgebenden Restaurants im Wedding, ist Jagoda Marinic bei Recherchen im Umfeld ihrer eigenen Familie gestoßen. "Ich bin dann nach Berlin gefahren und habe mir von dieser Resttaurantbesitzerin Geschichten erzählen lassen." Das Buch sei dann sozusagen zu einer Art "Geschichtenschachtel" geworden, angefüllt auch mit dem reichen Schatz der Deutschkroatin im Wedding.Info Jagoda Marinic: Restaurant Dalmatia. Hoffmann und Campe, 240 Seiten, 19.99 Euro.