Ulm Ausstellungstipp: Isabelle Roth und ihre Frau in Weiß

Eine Frau in Weiß geistert durch Isabelle Roths Räume.
Eine Frau in Weiß geistert durch Isabelle Roths Räume. © Foto: Otfried Käppeler
Ulm / OTFRIED KÄPPELER 15.07.2016
Zerbrechlich, aber sehr präsent: Isabelle Roth stellt in der Galerie Tobias Schrade eine rätselhafte Frau in wundersame Räume.

Einfache, aber wundersam wirkende Räume entwickelt Isabelle Roth mit ihrer grafisch angelegten Malerei. Vor allem sind die Räume ziemlich leer, definiert etwa durch ein unregelmäßiges Bodenmuster und eine dahinter liegende freie Malerei, die automatisch zur Wand wird. In diesen provisorischen Räumen – in der Galerie Tobias Schrade – steht ein Tisch und/oder ein Stuhl, ein anderes Mal eine Bank oder eine Blumenvase. Und wenn, dann steht immer die gleiche Frau im Raum mit weißem Kleid und leicht ungekämmter Frisur. Ins Fantastische steigert sich so eine Szene, wenn die Frau eine Blume in der Hand hält und neben ihr im hellblauen Farbraum eine Schüssel mit Zitronen zu schweben scheint – „vielleicht ist die Blume auch ein Zauberstab“, so die Künstlerin.

Die 1969 in Zürich geborene und heute bei München lebende Isabelle Roth versteht es, ihren Bildern mit zarten Rot-, Weiß-, Blau- oder Grüntönen sowie einer einfachen, aber klaren zeichnerischen Darstellung der Interieurs eine lichte Stimmung zu erzeugen, die bei aller Zerbrechlichkeit des Dargestellten eine selbstverständliche Präsenz erzeugt. Allerdings, und da ist die Künstlerin ganz gegenwärtig, irgendetwas scheint stets unausgesprochen zu bleiben und eine Stimmung zu erzeugen, die diese leeren Räume zwar etwas morbide wirken lässt, mit der man allerdings klar kommen kann – zumindest kann es besagte eigenwillige Frau in Weiß (bis 30. Juli,  Di-Fr 13-18, Sa 11-15 Uhr).

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