Das Bauhaus spielt für das ZKM/Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe eine besondere Rolle, sagt Christiane Riedel als geschäftsführender Vorstand – das zeigt sich auch im Programm.

Was tut das ZKM 2019?

Christiane Riedel: 2019 ist ein besonderes Jahr für das ZKM: Vor 30 Jahren wurde es gegründet, um die Künste in das digitale Zeitalter fortzuschreiben. Ein Höhepunkt ist die Präsentation unserer Sammlung, „Writing the History of the Future“ (23. Februar). Sie beschäftigt sich mit dem künstlerischen und gesellschaftlichen Wandel, bedingt durch die Digitalisierung; dazu wird „Open Codes“ bis 7. April verlängert. Mit der Schau zum „Negativen Raum“ denkt das ZKM die Beziehung von Skulptur und Raum neu – nicht vom Körper aus, sondern von den Frei- und Zwischenräumen bis zu virtuellen Datenräumen (6. April). Von 21. September an zeigen wir das Werk unseres künstlerisch-wissenschaftlichen Vorstands Peter Weibel.

Was passiert zum Bauhaus-Jahr?

Das ZKM wurde ja als „digitales Bauhaus“ gegründet, doch statt auf Maschinen setzt es auf Medien, statt auf Material auf Daten. Am 25. Oktober eröffnen wir mit dem Institut für Auslandsbeziehungen die Schau „Die ganze Welt ein Bauhaus“. Sie stellt die Ideen des Bauhauses in einen globalen Kontext. Zuvor war die Ausstellung in Argentinien und Mexiko zu sehen.

Weitere Tipps im Bauhaus-Jahr?

In Stuttgart, Ulm und Karlsruhe gibt es herausragende Beispiele der Bauhaus-Architektur. Ein Besuch in Karlsruhe lohnt sich: Die Dammerstock-Siedlung ist ein eindrucksvolles Beispiel der Zellenbauweise von Gropius. Otto Bartning, der in Karlsruhe geborene Nachfolgedirektor des Weimarer Bauhauses, hat Kirchen und das ehemalige Altenheim in der Dragonerstraße errichtet. Gespannt bin ich auf „Das Totale Tanz Theater“ der Interactive Media Foundation, unseren Partnern in Berlin, mit denen wir zuletzt „Inside Tumucumaque“ realisiert haben. Bei dieser Virtual-Reality-Installation tauchte man in die Pflanzen- und Tierwelt des Amazonas ein. Für das Projekt zum Bauhaus haben die Kollegen einen virtuellen Bühnenraum geschaffen, ein VR-Tanzerlebnis für Mensch und Maschine – erstmals in der Akademie der Künste in Berlin und über die ARTE 360°-Plattform auch von zu Hause aus zu erleben.