AUSSTELLUNG: Neues in der Neoarchaik

Voluminöse Akte zeigt Bertram Bartl in Langenau. Foto: Otfried Käppeler
Voluminöse Akte zeigt Bertram Bartl in Langenau. Foto: Otfried Käppeler
KÄL 26.02.2013

Man schlägt unweigerlich einen Bogen von der "Venus vom Hohle Fels" hin zu Fernando Boteros dicken Gestalten, wenn man vor Bertram Bartls Bildern steht. Unter dem Begriff der Neoarchaik subsumiert er seine Malerei; neueste "Köpfe und Körper" zeigt er in der Helferhaus-Galerie in Langenau.

Neben den großen Formaten mit ein oder zwei voluminösen Akten drängt der Ulmer Künstler zwei seiner barocken Figuren in das Format des Tondos (Rundbild), das im 15. und 16. Jahrhundert besonders beliebt war. Neoarchaik ist also ein weit gespannter Assoziationsbogen. Der Künstler leitet Grundsätzliches für sich aus der Kunstgeschichte ab und führt es zu einer eigenen, gegenwärtigen Haltung.

Malt ein Künstler figurativ und behauptet, dass es ihm nur um Malerei gehe, dann ist ihm nicht zu trauen. Bertram Bartl hat für sich einen Ausweg gefunden, denn die üppigen Nackten bilden eine "Typologie der starken, der fruchtbaren Frau" aus, wie Martin Mäntele in seiner Einführung sagte; die großflächigen Körperformen lassen ihm aber auch genügend Raum für seine freie Malerei.

Diese ist nicht expressiv, sie zeigt in der Materialität der Farbe klare Strukturen und Rhythmen, womit abstrakte wie gegenständliche Elemente vereint werden. (Bis 17. März, Mo/Do 16-18, Di/Mi 9-11, So 15-17 Uhr).