Hennen Ausgesetzte Hühner: Überwachungs-Video zeigt Täter

Ulm / MAIKE WOYDT 28.02.2013
Die unbekannten Hühner-Quäler wurden bei ihrer Tat gefilmt: Die Überwachungskamera einer Autovermietung hat zwei vermummte Gestalten aufgenommen, als diese den Karton mit einem der Tiere aussetzten. Vier der Hühner sind inzwischen im Tierheim untergebracht und vom Tierarzt untersucht worden.
Die vermeintlichen Tierschützer, die am Montagabend und in der Nacht auf Dienstag an verschiedenen Plätzen in Ulm Hühner ausgesetzt haben, sind immer noch auf freiem Fuß. Jetzt ist ein Video aufgetaucht, das zwei vermummte Personen zeigt, die den Karton mit dem Tier abstellen. Aufgenommen wurde das alles von der Überwachungskamera einer Autovermietung in der Blaubeurer Straße. 



Seit ein paar Tagen tauchen in Ulm vermehrt "Reisehühner" auf. Die Tiere werden an öffentlichen Plätzen ausgesetzt, stecken in teilweise nur 32 x 28 x 25 Zentimeter großen, mit Stroh gefüllten Kartons. Dabei liegt immer auch ein Zettel, der auf einen Protest gegen Massentierhaltung hinweist. 

Vier der ausgesetzten Tiere befinden sich mittlerweile in der Obhut des Tierheims. Neben Huhn Gudrun haben es nun auch die Artgenossin Hildegard, das beim Autohaus in der Blaubeurer Straße gefundene Huhn, sowie Barbara aus Unterweiler und Rosemarie aus Donaustetten ins Tierheim geschafft.

Rettung in letzter Sekunde

Für Barbara war das Rettung in letzter Sekunde. "Die Bäuerin, bei der das Huhn untergebracht war, wollte es in den Kochtopf stecken, weil es alt ist und eh keine Eier mehr legt", erzählt Tierheimleiterin Steffi Kohn.

Im Tierheim sind die Hühner in einem Hundezwinger in der Quarantänestation untergebracht. Später sollen sie in ein Außengehege, die "Villa Kunterbunt", umziehen. Bis sie dann entweder bei einem Polizisten, der selber Hühner hat, oder einer Tierranch in der Nähe von Albeck unterkommen werden.

Die tierärztliche Untersuchung ergab, dass eines der Hühner eine leichte Bronchitis hat, da es eine Nacht bei eisigen Temperaturen draußen verbringen musste. Die anderen drei Hennen seien zwar abgemagert und hätten kein schönes Gefieder - der Tierarzt konnte jedoch keine weiteren Krankheiten feststellen.

Über die Herkunft der Tiere kann auch der Tierarzt keine Auskunft geben. Bei einem Huhn sei jedoch der Schnabel abgebrannt, was auf Massentierhaltung hindeutet. Die Schnäbel der Hühner werden gekürzt, damit diese sich nicht verletzen, etwa beim Kampf um das Futter.