Ausbaufähig: Comedy in der Bastion

GOTTFRIED LOTHAR 03.11.2012

Das Ulmer Theater in der Bastion versucht sich an der Stand-Up-Comedy: Der Abend unter dem Titel "Direkt vom Erzeuger" hatte am Donnerstag Premiere. Gerard Elineau und Niklas Mühlich führten durch das mit französischem Wein und Baguettes angereicherte Programm - und sorgten so nebenbei für manche Pointe. Frank Bündgens spielte wie bei den großen Vorbildern die passende Musik dazu. Assistiert wurde Weinkenner Elineau zudem von Isabelle Ruf als stalkender Krankenschwester.

Mit Simon Weyh begann der Reigen der frisch gebackenen Comedians. Mit Migrationsvordergrund sinnierte er über seinen Sohn, der ihn zum Ghostwriter für Wunschzettel mache. So könne er sich nun selber endlich all das schenken, was er als Kind nicht bekommen habe.

Mit Joannis Vamvakas, der den Abend konzipierte, stand ein Grieche der dritten Generation auf der Bühne, der es verstand, althergebrachte wie aktuelle Klischees gegenüber der Wiege Europas mit augenzwinkernder Direktheit auf den Punkt zu bringen. Der vollbesetzte Saal zeigte sich auch hier begeistert.

Als nächstes entpuppte sich Haustechniker Tobias Geyer als schwäbischer Gebäudereiniger am Klinikum, und allein Michaela Miller-Englbrecht verhob sich schließlich etwas an altbekannten Weisheiten einer Klofrau. Abschließend torkelte Simon Weyh noch einmal auf die Bühne, um sich über die Aufklärung der NSU-Morde zu wundern.

Das Ganze ist entwicklungsfähig und könnte zu einer weiteren Sprosse auf der Erfolgsleiter des Theaters in der Bastion werden. Die engagierte Amateurtheatertruppe um Gerard Elineau besteht seit mehr als 30 Jahren und hat sich mit selbstgeschriebenen Stücken in Ulm einen Namen gemacht.Info "Direkt vom Erzeuger", Theater in der Bastion, Fort Unterer Kuhberg, heute, 3. Nov., 20 Uhr. Reservierungen via E-Mail unter: theaterbastion@gmx.de

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