Konzert Konzert: Neunte Bluegrass Jamboree Tour im Roxy

Mit viel Charme: Die Lonely  Heartstring Band.
Mit viel Charme: Die Lonely Heartstring Band. © Foto: Udo Eberl
Ulm / Udo Eberl 02.12.2017
Die neunte Bluegrass Jamboree Tour begeistert im Roxy mit zwei jungen Bands und Klassikern.

Am Ende war Bluegrass-Impresario Rainer Zellner nicht nur außer Atem, weil er im Finale mit allen Musikern selbst die Mandoline gespielt hatte. Er war einmal mehr auf dieser 9. Jamboree-Tour auch sprachlos ob des Gehörten. „Wie soll ich das noch toppen?“, sagte er und lobte die Musiker für ihren enormen Fleiß. Der wirkte sich neben der Virtuosität auch auf die Qualität der Darbietungen im Roxy aus.

Unter dem Motto „Northern Lights“ hatte Zellner die starke Musik aus dem Nordosten der USA und aus Kanada in den Mittelpunkt gerückt, denn die dortige Americana-Szene hat sich längst auch mit den Sounds aus dem Süden verbunden. So auch das Frauen-Trio Lula Wiles, das sich mit akustischem Instrumentarium, wechselnden Erststimmen und einer bezaubernden Mehrstimmigkeit aus dem Füllhorn des Country-Territoriums im weitesten Sinne bediente. So berührend und intensiv, dass die mehr als 100 Besucher die Girls eigentlich nicht ohne Zugabe von der Bühne lassen wollten. Aber die gibt’s beim   Jamboree aus gutem Grund nicht.

Urige Oldtime-Musik

Dafür servierte das folgende Trio, die Lonesome Ace String Band aus Toronto, urige  Oldtime-Musik. Die drei Kanadier überzeugten nicht nur mit Deutschkenntnissen, wie beim Aufsagen des deutschen Reinheitsgebots, sondern auch mit handfesten Cowboy-Liedern, aus denen bisweilen der Folk der europäischen Ursprungsländer tropfte. Auch hier wechselten die Vokalisten durch. Einfach stark.

Das Ausrufezeichen hinter den Abend setzte die Bostoner Lonely Heartstring Band mit Ausnahmemusikern und viel Charme in den Ansagen. Contemporary Bluegrass, Folk, Pop – alles vermischte sich zu einem guten Ganzen. Und wurde es gesanglich doch ein wenig zu glatt, dann setzten die Solisten zu Duellen mit der Violine, der Mandoline oder dem Banjo an. Ein Quintett, dem in den USA die Zukunft gehört, und das sich gerne noch beim Jamboree, dem gemeinschaftlichen Finale, die Bühne mit den Kollegen teilte – gefeiert von einem begeisterten Publikum.

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