Baustelle Aufzüge zum Bahnhofsteg stehen zwei Wochen still

Den Bahnhofsteg kann demnächst nur noch nutzen, wer die Treppen steigen kann:  Die Aufzüge sind zwei Wochen lang außer Betrieb. Die Deutsche Bahn baut derzeit Zugänge vom Steg auf die Bahnsteige.
Den Bahnhofsteg kann demnächst nur noch nutzen, wer die Treppen steigen kann:  Die Aufzüge sind zwei Wochen lang außer Betrieb. Die Deutsche Bahn baut derzeit Zugänge vom Steg auf die Bahnsteige. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / Christoph Mayer 09.08.2018
Von 20. August an lässt die Stadt die Fahrstühle erneuern. Darum sind für zwei Wochen keine Fahrstühle in Betrieb. Ab 2019 soll jeder Bahnsteig barrierefrei erreichbar sein.

Er führt von der Schillerstraße zum Bahnhofsvorplatz und verbindet nicht nur den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) West mit dem ZOB Ost, sondern auch das Dichterviertel mit der Innenstadt: der 2011 nach einem Neubau wiedereröffnete Bahnhof­steg über die Gleisanlagen des Ulmer Hauptbahnhofs.

Fußgänger

Dass der Fußgängerüberweg stark frequentiert wird, belegen Zahlen, die die Stadt jüngst hat erheben lassen, berichtet Gerhard Fraidel, Leiter der Abteilung Verkehrsinfrastruktur bei der Stadt Ulm. Im Schnitt wurden an Wochentagen 5000 Passanten gezählt, am Wochenende etwas weniger: macht im Jahr 1,5 Millionen Fußgänger.

Aufzüge

Die beiden Aufzüge gehören Fraidel zufolge sogar zur Top Ten der am häufigsten genutzten in Deutschland: 1600 mal pro Tag (und damit fast 600.000 mal im Jahr) wird jeder Fahrstuhl von jenen in Anspruch genommen, die sich die Treppen sparen wollen – sei es, weil sie mit Fahrrad oder Kinderwagen unterwegs oder gehandicapt sind. Oder schlichtweg keine Lust zum Laufen haben.

Sanierung nötig

Die Dauernutzung fordert ihren Tribut. Zwar wurden seit 2011 immer wieder einzelne Komponenten ausgetauscht, nun aber steht eine Generalsanierung der Aufzüge an. Steuerungs- und Antriebstechnik müssen ausgetauscht werden, sagt Fraidel, der die Kosten dafür mit 45.000 Euro pro Fahrstuhl beziffert.

Kein Fahrstuhlbetrieb

Von 20. August an werden die Aufzüge für etwa zwei Wochen stillgelegt, Anfang September sollen sie wieder laufen.

Info

Um die Passanten rechtzeitig zu informieren, hat die Stadt Aufkleber anfertigen lassen, die jetzt an allen unmittelbar benachbarten Haltestellen (ZOB, Hauptbahnhof) sowie an den Türen am Bahnhofsausgang angebracht wurden.

Umweg über Ehinger Tor

Wer auf Barrierefreiheit angewiesen ist und etwa vom einen ZOB zum anderen muss, dem wird geraten, für die Dauer der Bauarbeiten mithilfe öffentlicher Verkehrsmittel den Umweg übers Ehinger Tor nehmen. 

Das kostet allerdings Zeit: im Schnitt eine Viertelstunde.

Bahn baut Abgänge aufs Gleis

Während die Stadt für den Betrieb dieser beiden Aufzüge zuständig ist, liegen die vier weiteren, derzeit noch im Bau befindlichen Steg-Treppenabgänge und Aufzüge auf die Bahnsteige in der Verantwortung der Deutschen Bahn.

Barrierefreiheit

Baubeginn war im vergangenen September, mit dem Ziel, endlich einen barrierefreien Zugang zu allen Gleisen zu ermöglichen.

Zudem sollen Fahrgäste künftig von der Schillerstraße auf die Bahnsteige gelangen können, ohne den Umweg übers Bahnhofsgebäude nehmen zu müssen. Dies auch mit dem Ziel, den starken Abhol- und Bring-Verkehr vorm Hauptbahnhof zu reduzieren.

Zeit und Geld

Ursprünglich sollten die Arbeiten im November 2018 abgeschlossen sein, doch mittlerweile geht die Bahn von einer Fertigstellung im Mai 2019 aus, wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilte. Zudem wird das Vorhaben teurer als geplant. Rechnete die Bahn zunächst mit Kosten von 6 Millionen Euro, sind mittlerweile rund 7,5 Millionen Euro veranschlagt.

Wie die Bahnsprecherin weiter berichtet, finden aktuell Gründungs- und Rohbauarbeiten am Bahnsteig A statt. Am Bahnsteig C werde der Aufzugsschacht  gebaut. Bis Dezember sollen die weiteren Aufzugsschächte an den Bahnsteigen A, B und D folgen. Den Schlusspunkt markiert dann der Einbau der Aufzüge im Frühjahr 2019.

Weitgehend fertig sind die Treppen zu den Bahnsteigen B, C und D. Genutzt werden können die Abgänge auf die Bahnsteige B und D sogar schon in wenigen Wochen. Das ist insofern wichtig, weil im Zuge der Arbeiten für die Elektrifizierung der Südbahn ab 10. September für 15 Wochen auf Schienenersatzverkehr (SEV) umgestellt wird. Die SEV-Busse halten an der Schillerstraße. Anschlussreisende mit dem Zug  kommen so wenigstens über den Steg rascher zum Gleis.

1,2

Millionen mal im Jahr fahren die beiden Aufzüge des Ulmer Fußgängerstegs am Hauptbahnhof. Damit gehören sie laut Hersteller zu den meist genutzten Fahrstühlen in Deutschland.  

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