Die Pfuhler wissen nun, wo die Musik spielt. Denn in dem Neu-Ulmer Stadtteil steht nun ein „Haus der Musik“ an der Hauptstraße 73a. Gebaut hat es die örtliche Feuerwehrkapelle. Die jahrelange Platznot in der Kapelle ist nun zu Ende.

Der Wunsch nach eigenen Übungsräumen besteht bereits seit 15 Jahren. Als die alte Feuerwache frei wurde, meldete die Feuerwehrkapelle Pfuhl Interesse an dem Gebäude an und bekam es in Erbbaupacht von der Stadt Neu-Ulm. Das heißt: Der Grund bleibt in städtischem Eigentum, das Gebäude selbst musste der Verein kaufen. Drei Jahre hat der Umbau gedauert.

„Wir mussten dafür 400.000 Euro ausgeben, 5600 Arbeitsstunden wurden von unseren Mitgliedern abgeleistet“, berichtet Martin Fischer vom Bauausschuss des Vereins. Er hatte die Baustellenkoordination übernommen.

Im Vorfeld ordentlich gespart

Der Umbau lief planmäßig und zum Glück auch ohne böse Überraschungen. Jetzt hat der Verein 200 Quadratmeter zur Verfügung. Im Erdgeschoss sind ein großer Übungsraum und zwei kleine, das Notenarchiv sowie eine Teeküche. Im Obergeschoss sind vier Wohnungen – eine bestand schon, drei wurden neu gebaut. „Mit den Mieteinnahmen wollen wir den Umbau finanzieren“, rechnet Vereinsvorsitzende Susanne Behr vor. Der Verein hatte schon im Vorfeld gespart, so dass einiges bereits aus eigenen Mitteln bezahlt werden konnte.

Bisher übte der Verein im Keller der Seehalle. Dort war es viel zu eng, die Luft immer schlecht und die Toiletten im Geschoss darüber waren auch keine wahre Freude. Oftmals waren sie verstopft, sodass die Fäkalien in den Übungsraum der Feuerwehrkapelle drangen. „Für uns ein unmöglicher Zustand. Allein deshalb hatten wir schon lange den Wunsch nach einem eigenen Raum“, so Behr. Außerdem gab es in der Seehalle keine Möglichkeit, die Noten zu archivieren.

Die Feuerwehrkapelle wurde 1950 gegründet. Heute aber sind die Musiker selten auch Mitglied bei der Feuerwehr. Der Verein hat 340 Mitglieder. Nicht nur die erwachsenen Orchestermitglieder üben hier regelmäßig. Der Nachwuchs ist dem Verein sehr wichtig. Deshalb bietet er musikalische Früherziehung an. Für die ganz Kleinen gibt es bis zum 18. Lebensmonat mit einem Elternteil musikalische Treffs, danach kommen die Musikzwerge bis zum dritten und die Musikwichtel bis zum 4. Geburtstag. Alle erhalten eine musikalische Früherziehung. Mit sechs Jahren beginnt dann schon die musikalische Grundausbildung und ab sieben Jahren bekommen die Kinder Instrumentalunterricht. 120 Kinder werden musikalisch von der Feuerwehrkapelle geschult.

Bisher musste der Verein sich bei anderen Institutionen in Pfuhl um Räume bemühen. „Es lässt sich so viel besser arbeiten, wenn wir im eigenen Haus bleiben können“, freut sich Behr. Für die Pfuhler gibt es am kommenden Wochenende (siehe Info) ein Einweihungsfest mit Besichtigung des neuen Hauses der Musik und Ehrengästen. Neu-Ulm pflegt eine Städtepartnerschaft mit der italienischen Stadt Trissino.

Und dorther kommt der „Coro Amici della Montagna“, der in Pfuhl anlässlich der Einweihung zwei Konzerte gibt. Die Feuerwehrkapelle spielt bei Dorffesten, Hochzeiten, auf der Bühne im Glacis und hin und wieder auch bei den Paradekonzerten in Ulm. Natürlich auch in der Partnerstadt Tressino.

Am Wochenende wird gefeiert


Fest Das Einweihungsfest findet am kommenden Wochenende statt. Am Samstag, 15. Juli, wird um 16 Uhr der Grill angeworfen und das Bierfass angestochen. Um 20 Uhr gibt es eine Serenade mit dem Coro Amici della Montagna und der Feuerwehrkapelle Pfuhl. Am Sonntag beginnt um 10.30 Uhr der Gottesdienst mit dem Coro Amici della Montagna in der Heilig-Kreuz-Kirche. Um 11.45 Uhr wird das Haus der Musik dann gesegnet, anschließend gibt es Mittagessen, ab 14 Uhr Kaffee und Kuchen.