Ulm Auftakt für den Abriss der Magirus-Villa

CHRISTOPH MAYER 26.02.2013
Die Vorarbeiten für den Abriss der Magirus-Villa haben begonnen: Zwei Buchen sind am Dienstag am Galgenberg gefällt worden, damit dort bald der Abbruch des Hauses beginnen kann.

Mit der Fällung zweier Buchen auf dem Grundstück in der Fürsteneckerstraße am Galgenberg haben am Dienstag die Vorarbeiten für den Abriss der Magirus-Villa begonnen. Im Lauf der nächsten Wochen soll es mit dem Abbruch des Hauses losgehen, sagt Heinz Neudeck-Mützel, Geschäftsführer der Baufirma Casa Nova. Auf dem Grundstück entstehen acht Eigentumswohnungen in Geschossbauweise. Sie sollen im Sommer 2014 bezugsfertig sein.

Casa Nova baut für einen privaten Investor, der die Villa gekauft hat. Das Landesdenkmalamt hatte die 1921 vom Sohn des Firmengründers Conrad Friedrich Magirus gebaute Villa nicht unter Denkmalschutz gestellt, Begründung: Im Inneren des Hauses, in dem zwischenzeitlich das Ulmer Brotmuseum untergebracht war, sei wenig im Originalzustand.

Gegen den Abriss hatte eine Bürgerinitiative namens „Ausverkauf Galgenberg“ mobil gemacht. Über 2100 Unterschriften waren zusammengekommen, alle Fraktionen im Gemeinderat hatten sich des Themas angenommen, um letztlich festzustellen, dass der Abriss legal ist und die Stadt keine Handhabe hat. CDU-Stadtrat Dr. Hans-Walter Roth wandte sich am Dienstag mit einem Statement an die Presse: „Der Kampf um ein Ulmer Kulturerbe ist verloren. Vernunft weicht dem Gewinn, in unserer Stadt dürfen Kulturflegel das Erbe unser Vorfahren aus niedrigen Motiven zerstören.“