Gedenken Aufstand des Gewissens

Peter Tauber bei seiner Ansprache in der Wilhelmsburg-Kaserne.
Peter Tauber bei seiner Ansprache in der Wilhelmsburg-Kaserne. © Foto: Volkmar Könneke
Von Willi Böhmer 21.07.2018

Mit einer Gedenkveranstaltung erinnerten gestern Vertreter der Bundeswehr, Staatssekretär Peter Tauber (CDU) und geladene Gäste in der Wilhelmsburgkaserne an die Widerstandsgruppe um Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

Vor 74 Jahren hatte Stauffenberg vergeblich versucht, durch ein Bombenattentat auf Adolf Hitler den Zweiten Weltkrieg und die Diktatur der Nationalsozialisten in Deutschland zu beenden. Das Attentat ging schief, Hitler wurde lediglich leicht verletzt. Stauffenberg und viele seine Unterstützer wurden erschossen. Tauber bezeichnete Stauffenberg als einen der großen Freiheitskämpfer und Helden. „Menschen werden durch ihre außergewöhnlichen Taten zu Helden. Das sind unsere Vorbilder.“ Das Attentat gelte als Aufstand des Gewissens. Dies sei ein Beispiel dafür, wo Gehorsam ende und Widerstand notwendig sei. Es gehe auch darum, ab wann ein Soldat einen Befehl nicht mehr befolgen darf.

Unter den Ehrengästen befand sich Berthold Maria Schenk von Stauffenberg, der älteste Sohn des Widerstandskämpfers. Er war am Tag des Attentats zehn Jahre alt. Noch in der gleichen Nacht wurde seine Mutter von der Gestapo abgeholt. Der kleine Berthold und seine Geschwister wurden am 17. August in ein Kinderheim in Bad Sachsa in Thüringen gebracht. Gestern nahm er als 84-Jähriger an der Gedenkfeier in Ulm teil.

Auch für Tauber als Repräsentant des Verteidigungsministerium war es ein besonderer Termin. Er trat erstmals nach überstandener schwerer Krankheit wieder in der Öffentlichkeit auf. Der Historiker blickte in seiner Festrede zurück: An jenem 20. Juli 1944, an dem Claus von Stauffenberg die Aktenmappe am Rednerpult Hitlers ablegte, war die militärische Lage Deutschlands bereits hoffnungslos. „Es war der Versuch eines Staatsstreichs.“ Weil der schiefging, starben im folgenden Jahr bis zum Kriegende noch einmal so viele Menschen wie in allen Kriegsjahren zuvor.

Es sei der Widerstandsgruppe um Stauffenberg um mehr gegangen als nur um die Ehrenrettung Deutschlands, sagte Tauber. „Es ging um die Wiederherstellung der Regierung des Rechts.“

Der Gedenktag des 20. Juli sei heute aber auch ein sperriges Datum, räumte Tauber ein. „Viele tun sich schwer, Taten gutzuheißen, die mit Gewalt herbeigeführt werden.“ Militärisches Handeln müsse letztlich immer an Werte gebunden sein. Tauber und Generalleutnant Jürgen Knappe legten einen Kranz nieder.

Früher noch CDU-Generalsekretär

Vita Peter Tauber wurde 1974 in Frankfurt/Main geboren. Er studierte Geschichte, war später Landesvorsitzender der Jungen Union Hessen. Im Oktober 2009 wurde er Bundestagsabgeordneter, von Dezember 2013 bis Februar 2018 war er CDU-Generalsekretär und wechselte dann als Parlamentarischer Staatssekretär ins Verteidigungsministerium. Er gilt als Vertrauter von Ministerin von der Leyen.

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