Parolen Missbrauch des Stadt- und SSV-Wappens: Aufkleber rufen zu mehr Hass auf

„Mehr Hass“: Stadt und Verein distanzieren sich entschieden von solchen Parolen.
„Mehr Hass“: Stadt und Verein distanzieren sich entschieden von solchen Parolen. © Foto: SWP
Ulm / Tobias Knaack und Rudi Kübler 15.09.2018
Fußballverein und Stadt distanzieren sich. Unbekannte benutzen die Wappen für ihre Propaganda.

„Mehr Hass“ steht auf dem Aufkleber, der auf einem Zigarettenautomat in der Sammlungsgasse angebracht wurde. Darunter: das Wappen der Stadt Ulm und das Logo des SSV Ulm 1846. „Mehr Hass“ – in Verbindung mit einer Stadt, die sich als „Internationale Stadt“ versteht, und einem Verein im Aufwind. Ein kleines, aber wichtiges Detail: Das Logo ist das des Stammvereins SSV Ulm 1846. Bezug genommen werden dürfte aber auf die Fußballer, die im SSV Ulm 1846 Fußball organisiert sind.

Das glaubt auch Markus Weibler, Leiter der Geschäftsstelle beim SSV Ulm 1846 Fußball, und findet klare Worte: „Wir distanzieren uns eindeutig von solchen Aussagen. Wir wollen damit nichts zu tun haben.“ Einige Gruppierungen bezögen sich noch immer auf den Stammverein, erklärt Weibler, der sich ärgert, dass Stadt und Klub für derartige Parolen missbraucht werden. Der Verein stehe mit seinen vielen Spielern unterschiedlicher Herkunft für Integration – auch auf der Homepage und in den Trainerverträgen bekenne sich der Verein dazu, erklärt Weibler.

Schwer, dagegen anzukommen

Auf der Internetseite steht unter dem Titel: „Unser Leitbild gegen Gewalt, Diskriminierung und Extremismus“ unter anderem, dass sich der Verein distanziert „von gewaltbereiten Hooligans sowie rechts- oder auch linksradikalen Gruppierungen. Wir zeigen Null-Toleranz gegen Personen, die unseren Verein im und außer­halb des Stadions schädigen oder auf irgendeine Art und Weise diffamieren“. Der Text schließt mit dem klaren Bekenntnis: „Rassistische Parolen haben in unserem Verein keinen Platz!“ Der Chef der Geschäftsstelle sagt aber auch: „Für uns als kleiner Verein ist es schwer, dagegen anzukommen.“ Gemeinsam mit der Stadt etwa bemühe man sich aber, die Gegend „rund ums Stadion sauber zu halten“. „Wir können nicht viel mehr tun, als uns öffentlich dagegen zu stellen.“

Auch die Stadt lehnt Aufkleber mit solchen Inhalte ab. OB Gunter Czisch dazu: „Hooligans sind mehr sind als nur gewaltaffine Fußballfans. Ihr Verhalten und ihr Auftreten haben mit dem echter Fußballfans nichts gemein.

Ihr Programm heiße ausschließlich Hass, woraus zunehmend eine unheilvolle, gefährliche Allianz mit Rechtsextremen und Nationalisten entstehe. „Darum heißt die ganz klare Ansage von Stadt und Verein: Solche Leute haben bei uns keinen Platz.“

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