Leitartikel Rudi Kübler zur Forschung an der Uni Ulm Auf dem Sprung

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Autorenfoto © Foto: Könneke
ruk 15.09.2018

Ja, spinnt denn der gesamte Obere Eselsberg? Mit wem man auch derzeit spricht, immer heißt es: Daumen drücken! Nicht nur die beteiligten Wissenschaftler – aber sie in besonderem Maß – fiebern dem Ausgang der Exzellenz-Strategie Ende September entgegen. Die Uni Ulm ist in dem Wettbewerb, der den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig stärken soll, mit zwei großen Forschungsprojekten vertreten. Und die Chancen stehen gar nicht mal so schlecht, dass beide Teams die Korken knallen lassen können: sowohl die Quantenphysiker als auch die Batterieforscher. Sollten beide Projekte reüssieren, könnte als Krönung noch die Auszeichnung als Exzellenz-Uni folgen.

Wie gesagt: könnte. Die Uni Ulm könnte auch ganz leer ausgehen in dieser hochkarätig besetzten Konkurrenz, in der nicht nur internationale Gutachterkommissionen ihre Wertung abgeben, sondern auch die Politik ein Wörtchen mitredet. Ungeachtet des Ausgangs ist aber festzuhalten: Dass die Uni mit zwei Projekten noch so aussichtsreich im Rennen ist, spricht für die Qualität der Forschung. Noch vor 15 bis 20 Jahren war daran nicht zu denken – von Ausnahmen bei millionenschweren Sonderforschungsbereichen und der Graduierten­­schule für Molekulare Medizin abgesehen.

Die Fokussierung auf bestimmte Forschungsbereiche, die Alt-Präsident Karl Joachim Ebeling der Uni verordnet hat, ist das Geheimnis hinter dem Aufschwung – so beispielsweise in den Quantenwissenschaften, die peu à peu ausgebaut wurde und mittlerweile eines der Aushängeschilder ist. Gleiches gilt für die Batterieforschung, in der die Uni mit dem Helmholtz-Institut und dem Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoffforschung eng verdrahtet ist.

Kernkompetenzen, Interdisziplinarität und Verbünde sind das Gebot, das der Komplexität der Forschungsfelder geschuldet ist. Um es banal auszudrücken: Mit Einzelkämpfern ist heutzutage kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Die Themen sind derart allumfassend, dass ohne Kooperationen zwischen Universitäten einerseits und zwischen Universitäten und außeruniversitären Forschungsinstituten andererseits nichts mehr auszurichten ist. Das gilt im Besonderen für die kleine Uni Ulm, die von alleine nicht die kritische Masse an Wissenschaftlern aufbringen kann.

Die Uni Ulm bewegt sich geschickt in diesen Forschungsfeldern – und ist auf dem Sprung in die Spitze.

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