Bauarbeiten Auf dem Metallsteg über die Baugrube

Ulm baut um
Ulm baut um © Foto: grafok: swp
Ulm / Christine Liebhardt 30.11.2017
Am Hauptbahnhof müssen sich die Fußgänger umgewöhnen. Von kommender Woche an geht es über einen Metallsteg Richtung Innenstadt.

Bald hängt er ein bisschen in der Luft, der Fußgängersteg am Hauptbahnhof. Zumindest sein östliches Ende: Weil es langsam an der Zeit ist, an dieser Stelle das Baufeld für die Tiefgarage am Bahnhof aufzureißen, müssen die Treppen am Ende des Stegs weichen. Das heißt: Von morgen an kann der Steg auf der Innenstadt-Seite erstmal nur noch über den Aufzug erreicht werden.

„Vom 23. Dezember an ist dann die provisorische Treppe fertig“, erläutert Eva Zimmermann. Sie macht bei der Stadt für die Großprojekte die Öffentlichkeitsarbeit – und hat gerade mal wieder alle Hände voll zu tun: neue barrierefreie Wege mit der Bahnhofsmission absprechen, im Intercity-Hotel Flyer mit der neuen Fußgängerführung abgeben oder schauen, ob die entsprechenden Straßen schon asphaltiert sind.

Denn ab morgen, 1. Dezember, ändert sich die Situation am Bahnhof deutlich – hauptsächlich für Fußgänger. Die Pläne:

Neuer Weg zum ZOB Derzeit gehen Fußgänger, die vom Hauptbahnhof zum ZOB Ost wollen (oder umgekehrt), entlang der Friedrich-Ebert-Straße. Von morgen an gibt es für sie einen eigenen neuen Weg: Er führt über einen Schlenker zum Fußgängersteg und von dort aus entlang der Bahngleise bis zum ZOB (siehe Grafik). Parallel dazu gibt es dann eine Straße für die Fahrzeuge, die Intercity-Hotel und Bahnhofsgeschäfte beliefern. Der Fußweg an der stillgelegten Friedrich-Ebert-Straße wird zwischen Fußgängersteg und ZOB gesperrt. Das ist nötig, weil dort jetzt die Bohrpfahlwände für die Tiefgarage eingesetzt werden. Diese wird, wie berichtet, in Deckelbauweise errichtet. Zimmermann: „Die bauen quasi unter Tage.“

Brücke über Baugrube Der aktuell massivste Eingriff am Hauptbahnhof ist für Mitte der kommenden Woche geplant: Dann wird etwa auf Höhe des Burger-King-Restaurants ein sechs Meter breiter Metallsteg ebenerdig über die Baugrube gelegt, die für die künftige Bahnhofspassage zur Innenstadt und den Sedelhöfen ausgehoben wird. Der Steg führt bis zur Straßenbahn. „Diese Brücke wird uns lange erhalten bleiben“, sagt Zimmermann. „Sie bleibt mehr oder weniger, bis am Bahnhof alles fertig ist.“ Denn eine direkte Verbindung in die Stadt müsse immer gewährleistet sein, erklärt die Koordinatorin.

Damit die Stahlkonstruktion auch mal ein Stück verschoben werden kann, wird sie in zwei Teilen angeliefert. Der etwa 40 Meter lange und 25 Tonnen schwere Steg bekommt zwar ein Dach, wird aber kein Tunnel: „Man kann dann über die Brüstung Baustellen-Watching machen – aber vielleicht nicht unbedingt zu den Stoßzeiten.“ Unter dem Steg werden Lkws den Erdaushub wegfahren. Etwa 4,50 Meter tief ist die Baugrube zurzeit, sieben Meter sollen es werden. Zum Vergleich: Die Tiefgarage wird 18 Meter tief. Voraussichtlich am Mittwoch soll die Brücke eingesetzt werden.

Provisorium am Fußgängersteg Noch vor Weihnachten soll wie beschrieben eine provisorische Treppe am Fußgängersteg, der über die Bahngleise ins Dichterviertel führt, fertig sein. Sie schlängelt sich um den Aufzug herum und schließt dann mit einer Plattform etwa auf halber Höhe an die bestehende Treppe an.

Eva Zimmermann wirbt um Verständnis für die fortlaufenden Änderungen im Verkehr während der Bauzeit: „Jeder Zentimeter, der fertig ist, wird der Bevölkerung gleich wieder zurückgegeben. Deshalb verschieben sich Dinge immer wieder.“ Die Baustellenkoordinatorin versichert, dass bei ihr relativ wenige Beschwerden aufschlagen: „Unsere Strategie ist, frühzeitig zu informieren.“ Auch der Einsatz von Lotsen an Tagen, an denen Wege sich ändern, funktioniere gut. Sie werden auch morgen und am Samstag wieder vor Ort sein, um Passanten zu helfen.

Wo Radfahren erlaubt ist

Verbot Auf den Gehwegen im gesamten Baustellenbereich am Hauptbahnhof gilt ein Radfahrverbot. Darauf weisen mehrere Schilder an den Fahrrad-Abstellplätzen hin – was noch lange nicht bedeutet, dass sich alle daran halten. Das weiß auch Eva Zimmermann. Ihre Bitte an alle Radfahrer deshalb: auf den Gehwegen absteigen und schieben.

Alternative Wer unbedingt radeln will, sollte das auf der Innenstadt-Seite der Fahrbahn der Friedrich-Ebert-Straße tun, wo auch der motorisierte Verkehr unterwegs ist. „Das ist am sichersten“, sagt Zimmermann. Sie weist auch nochmals darauf hin, dass Radfahren auf der Straßenbahntrasse aus Sicherheitsgründen verboten ist.

Abkürzung Am einfachsten für alle, die von West nach Ost wollen, ist: den Bahnhof umfahren – über Wengengasse und Glöcklerstraße.

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