Neubau Auf altem Gewerbegelände entstehen 74 neue Wohnungen und ein Hotel

Nördliches Dichterviertel Projektpräsentation: Platz für Neues. 74 neue Wohnungen und ein Vier-Sterne-Hotel mit multifunktionalem Veranstaltungsraum sollen hier entstehen.
Nördliches Dichterviertel Projektpräsentation: Platz für Neues. 74 neue Wohnungen und ein Vier-Sterne-Hotel mit multifunktionalem Veranstaltungsraum sollen hier entstehen. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / HANS-ULI THIERER 19.02.2016
74 neue Wohnungen und ein Vier-Sterne-Hotel mit multifunktionalem Veranstaltungsraum samt Blick aufs Münster: Mit diesem Projekt auf einem alten Gewerbegelände beginnt im Dichterviertel eine neue Zeit.

Rainer Staiger ist ein korrekter Mann. Bis jetzt rückte der gebürtige Ulmer, der sinnigerweise die Mörike-Schule in Böfingen besucht hat und jetzt ganz dick mit seiner Firma Pro Invest im Ulmer Dichterviertel einsteigt, nicht so recht raus mit Informationen. Staiger wollte erst den Beschluss des Ulmer Gemeinderats zum Bebauungsplan abwarten. Der war nun am Mittwoch ebenso einstimmig erfolgt, wie kürzlich die Empfehlung im Fachausschuss für Stadtentwicklung (wir berichteten).

Nun stellten Staiger, Architekt Roland Haehnel (Steinhoff/Haehnel Architekten, Stuttgart) und weitere Beteiligte Einzelheiten des Projekts vor. Dies geschah an Ort und Stelle im Zwickel Mörike-/Kleiststraße des nördlichen Dichterviertels auf dem alten Firmengelände der Reifenerneuerungsfabrik Wagner und Hefele. Derzeit ist der Baugrund ein einziges Ruinenfeld. Der Abriss der alten gewerblichen Anlagen ist in vollem Gang.

Pro Invest nimmt in diesem Sanierungsgebiet erst einmal mehr als 50 Millionen Euro in die Hand. Mit diesem erklecklichen Betrag werden nach den Plänen des Stuttgarter Architekturbüros – sein Entwurf war aus einem Wettbewerbsverfahren als bester ausgewählt worden – 74 Wohnungen und ein Hotel gebaut. Es entstehen vier Einzelgebäude, in Winkeln zueinander so gruppiert, dass sie einen grünen Innenhof bilden.

Für die drei Wohngebäude hat der Investor in Anlehnung ans Dichterviertel poetische Namen aus dem Lateinischen gewählt: Lyrika (Gedichte, Oden), Poeta (Dichter), Domus in medio (Wohnsitz im Nahen). In zwei Fällen sind hochwertige Eigentumswohnungen geplant; in einem davon – dem südwestwärts gerichteten „Domus“-Eckgebäude, als Stadthaus bezeichnet – sollen von Räumlichkeiten für Gastronomie und Dienstleistungen Impulse der Belebung im neuen Quartier ausgehen. Im Wohnhaus Lyrika wird in 20 der 23 Wohnungen preisgünstiger Mietwohnraum entstehen. Pro Invest hat sich bereiterklärt, über das für Bauträger vorgeschriebene Maß an kostengünstigen Wohnungen – es wären 15 gewesen – hinauszugehen.

Als Hotelbetreiber tritt die internationale Leonardo-Gruppe auf. Sie expandiert in Europa stark und hat dort eigenen Angaben zufolge 10.000 Betten. In Deutschland erst seit 2007 vertreten, existieren mittlerweile 45 Leonardo-Hotels in verschiedenen Kategorien. Leonardo-Vertreter kündigten für Ulm ein Vier-Sterne-Hotel im Stil der Zeit an, mit Afterwork-Angeboten und multifunktionalem großem Veranstaltungsraum für jede Art von Festivität und Aktivität samt Büroflächen mit Blick aufs Münster.

Baubürgermeister Tim von Winning verteilte Komplimente. „Ein vorbildliches Projekt, an dem erstmals der neue Gestaltungsbeirat beteiligt war.“ Investor Staiger sei ein Pionier. Er läute im Dichterviertel einen „grundsätzlichen Veränderungsprozess ein“.