Auch in Italien: Die süßen Erinnerungen der JBU

SWP 07.08.2012

Mit Pauken und Trompeten über den Brenner: Wenn die Junge Bläserphilharmonie Ulm (JBU) eine Reise macht, ist die Redensart oft zutreffend. Mit Doppeldeckerbus und 7,5-Tonner - fürs Schlagwerk- waren die 60 jungen Musikerinnen und Musiker plus Begleitpersonen jetzt eine Woche lang in der Toskana unterwegs. "Eine sehr, sehr schöne und erfolgreiche Reise", blickt Dirigent Josef Christ zufrieden zurück.

In Montecatini Terme, einer Bäderstadt (Spezialität: Trinkkuren), wo sich einst auch Puccini, Verdi & Co. aufgehalten hatten, wohnten die Ulmer im Hotel - und von dort fuhren sie zu ihren Konzertorten. Den ersten Auftritt hatte die JBU in Castel Rigone, dort eröffnete sie das lokale "Festival Giovani Concertisti". Die Besonderheit: Nach dem musikalischen Finale gab es ein kulinarisches Dacapo, die Einheimischen fuhren ein Nachspeisenbuffet auf. "Eine schöne italienische Geste", schwelgt Christ - und eine süße Erinnerung. Und so kam man auch mit den Gastgebern locker ins Gespräch.

Das zweite Konzert gab die JBU in Prato bei einem Sommermusik-Festival. Die Modestadt gilt als reichste Stadt in der Toskana, "und das sieht man auch", erzählt Christ. Das Open-Air-Konzert fand in direkter Nachbarschaft der neuen Bibliothek statt.

Noch spektakulärer war der Auftrittsort der Jungen Bläserphilharmonie in Florenz: Dort spielte sie vor rund 1000 Zuhörern in der Loggia dei Lanzi an der Piazza della Signoria, in unmittelbarer Nähe der Uffizien. "Das war wirklich ein Höhepunkt", schwärmt Christ. Die jungen Ulmer Instrumentalisten hatten da schon einen richtig langen Tag in den Beinen - einige hatten auch eine dreistündige Führung durch die sommerlich glühende Stadt mitgemacht. "39 Grad, kein Wind, die Steine total aufgeheizt", sagt Christ. "Aber Florenz ist einfach eine großartige, sehenswerte Stadt."

Zum Abschluss spielte die JBU in Montecatini Terme selbst auf, in einer der schönen Säulenhallen der Kurstadt. Dabei kam das Programm der Ulmer, wie an allen Konzertorten, bestens an, berichtet Christ. Als klingende Verbeugung vor den Gastgebern hatten sie auch Italienisches im Angebot: den Hexensabbatt aus Puccinis Oper "Le Villi" und Ponchiellis "Sinfonia per Banda". Das habe "in Italien natürlich super gezündet", sagt Christ, der aber mit dem Ulmer Fischermarsch auch Klingendes aus der Heimat mitbrachte. Zudem spielte die JBU Nummern aus dem Programm des Deutschen Orchesterwettbewerbs, bei dem sie sich im Mai in Hildesheim tolle 22,3 Punkte und einen zweiten Rang erspielt hatte. Und zur Abwechslung baute Christ Unterhaltungsmusik - lateinamerikanische Nummern, Musik aus "Fluch der Karibik"und "Wicked" - ein. So gab es zum Abschluss der Tournee in Montecatini Terme sogar Standing Ovations. Und danach? Ging es wieder über den Brenner heim - mit Pauken und Trompeten. abo