Neu-Ulm Attacke: Neu-Ulmer OB-Wahlkampf wird schärfer

Mitten im Allgäuer Ring blickt Gerold Noerenberg den Wählern in Neu-Ulm entgegen. Foto: Matthias Kessler
Mitten im Allgäuer Ring blickt Gerold Noerenberg den Wählern in Neu-Ulm entgegen. Foto: Matthias Kessler
Neu-Ulm / HANS-ULI THIERER 26.03.2014
Also doch noch: Kurz vor knapp, vor der Stichwahl am Sonntag, wird der Neu-Ulmer OB-Wahlkampf schärfer, die Bandagen werden härter.

Erst als Wattebausch-Auseinandersetzung wahrgenommen, nimmt der Neu-Ulmer OB-Wahlkampf doch noch Fahrt auf. Im Vorfeld der Stichwahl der zum Duell zwischen Amtsinhaber Gerold Noerenberg (CSU) und dem parteilosen Dr. Detlef Kröger (unterstützt durch SPD, Grüne, FWG, FDP) geschrumpften Kontroverse steigt offenbar die Nervosität beider Lager.

Der Vorsitzende der Neu-Ulmer Jungen Union, Alexander Pietschmann, bezichtigt Kröger des mangelnden ökonomischen Sachverstands und unterstellt dem Großkoalitionär-Kandidaten, "aus gescheiterter privatwirtschaftlicher Perspektive" heraus nun "in die schützende Hand des öffentlichen Dienst" hinein flüchten zu wollen. Der Attackierte und seine Unterstützer weisen solches empört zurück und sehen darin eine niederträchtige Schmutzkampagne - um ihrerseits auf Noerenberg loszugehen.

Diese Aufgabe hat der Fraktionschef der Grünen, Rainer Juchheim, übernommen, der schon einige Jahre länger Stadtrat ist als Noerenberg OB. Trotzdem müsste dieser "als Chef der Verwaltung" wissen, wo in Neu-Ulm keine Wahlplakatierung erfolgen darf, zitiert Juchheim genüsslich aus einem Schreiben des städtischen Ordnungsamts. Es hatte ihn, den kommunalwahlkämpfenden Grünen, Anfang Februar erreicht. Darin wird es Juchheim als dem Vertreter der Grünen nicht nur erlaubt, an drei Stellen im Stadtgebiet "Großflächenplakate auf öffentlichem Straßenverkehrsgrund" aufzustellen. Haarklein ist gleichsam aufgelistet, wo Plakate nicht platziert werden dürfen - zum Beispiel aus Gründen der Verkehrssicherheit.

Unter den Plätzen, auf denen Wahlwerbung von Amts wegen untersagt ist, befindet sich der Allgäuer Ring. Ihn führen die Ordnungshüter unter etlichen Verkehrsknotenpunkten auf, wo das Plakatieren also verboten ist - "einschließlich der zu- und abführenden Straße im Abstand von jeweils 50 Metern", wie es gestelzt heißt.

Dass nun Noerenbergs Konterfei ausgerechnet daselbst am Allgäuer Ring herunter schaut, empfindet Juchheim als "klaren Regelverstoß". Mehr noch: "Das ist auch eine Verkehrsgefährdung am unfallträchtigsten Ort in Neu-Ulm."