Ulm / hau Bis ein Standort für ein Endlager von Atommüll feststeht, sind die radioaktiven Stoffe in Zwischenlagern untergebracht - auch rund um Ulm. Warum die Region um Ulm in Frage kommt und wo die radioaktive Stoffe gelagert werden:

Der Bund Naturschutz (BUND) hat am Mittwoch vor der Donauhalle in Ulm demonstriert. Grund war eine nicht öffentliche Veranstaltung des des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE). Es ging um einen Informationsaustausch zwischen der Behörde und Gemeindevertretern bei der Suche nach einem Standort für ein Endlager für Atommüll.

Bund Naturschutz nennt es einen „Skandal“, dass Öffentlichkeit von Termin für Kommunalvertreter in Ulm ausgeschlossen wird.

Die Suche nach einem Endlager

In Deutschland ist der Staat für die Endlagerung von radioaktiven Stoffen zuständig. 2017 hat der Bundestag entschieden, dass Atommüll in tiefen Gesteinsschichten gelagert werden sollen. Dort soll der radioaktive Abfall laut dem BfE für Jahrtausende sicher umschlossen und abgeschirmt sein. Bis 2031 möchte die Bundesregierung einen Standort für ein Endlager gefunden haben. Für die Suche werden verschiedene Erkundungen durchgeführt.

Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe aus dem Jahr 2007 hat ergeben, dass in der Region rund um Ulm ein Standort für ein Atommüll-Endlager gefunden werden könnte.

Die Karte zeigt das mögliche Untersuchungsgebiet für ein atomares Endlager. Grundlage ist eine Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe aus dem Jahr 2007.
© Foto: SWP Grafik

Zwischenlager in Deutschland

Für die aktuelle Suche nach einem Endlager werden die Untersuchungen allerdings wieder von Neuem beginnen. Das wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Wenn dann im Jahr 2031 tatsächlich ein Standort festgelegt wird, kann es noch weitere 20 Jahre dauern, bis der Bau des Endlagers fertiggestellt sein wird. In Finnland wurde bereits 2015 ein Standort für ein Endlager festgelegt, das jedoch voraussichtlich erst in den 2020er Jahren in Betrieb gehen wird. In Frankreich soll 2035 ein Endlager in Betrieb gehen.

Bis auch in Deutschland der Atommüll in einem Endlager landen wird, steht es an sechzehn Zwischenlager. Knapp 50 Kilometer von Ulm entfernt lagern in Gundremmingen 55 Behälter mit Atommüll (Stand Januar 2019). 192 Behälter sind hier sogar erlaubt. Weitere Zwischenlager und Atomkraftwerke siehst du in der Karte:

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