Unvergessen ist der Auftritt des einstigen Sternekochs Eberhard Aspacher (69) bei der Präsentation des Ulmer Res­taurantführers vor ein paar Jahren im Roxy. Mit seinem damaligen Restaurant Lago nur auf Platz neun bewertet, schnaubte der Koch an jenem Abend wütend ins Publikum: „Ich bin und bleibe der Beste in Ulm.“ Aufregen will er sich nicht mehr, er, der fast ein halbes Jahrhundert zu den Spitzenköchen Deutschlands zählte und die Gastronomie in der Region prägte: Der gebürtige Backnanger, der 2012 das Bundesverdienstkreuz erhielt, geht endgültig in den Ruhestand.

Als jüngster Küchenmeister Deutschlands folgten ab 1972 Stationen im In- und Ausland. 1974 wurde der passionierte Fußballer Küchendirektor des Maritims in Gelsenkirchen. Von 1976 bis 1982 war er Küchenchef im Bundesbahnhotel in Ulm. Unvergessen ist das Landhotel Schlosswirtschaft in Illereichen, das unter der Regie Aspachers und seiner Frau Renate von 1984 an fast 20 Jahre lang mit einem Michelinstern ausgezeichnet wurde.

Parallel war Aspacher Berater: 1986 gründete er die Aspacher Gourmet-Consulting und eine Kochschule. Von 1989 bis 1991 war er zudem Geschäftsführender Direktor des Kurhotels Allgäuer Tor in Grönenbach. Ab 2000 leitete Aspacher zusammen mit seinem 2011 tödlich verunglückten Geschäftspartner Peter Böhm mehrere gastronomische Betriebe in Stuttgart und Ludwigsburg sowie eine Kochschule und ein Catering für Events mit über 1500 Personen. Erfolgreiche Köche und Restaurantfachleute gingen aus seinen Häusern hervor.

Und wie verbringt er seinen Ruhestand? „Meine Frau hält genügend Aufgaben für mich bereit.“ Ansonsten will er golfen, reisen, das Leben genießen.