Zirkus Artisten des Zirkus Fantastico nicht älter als zehn Jahre

Ludwigsfeld / BEATE STORZ 29.06.2016
Kinder lieben Zirkus. Noch mehr, wenn sie selber Artisten sind. Die Zirkus-AG der Erich-Kästner-Schule bietet Kindern diese Möglichkeit.

Manege frei für die Ludwigsfelder Artisten. Ein Zirkuszelt steht zwar nicht im Neu-Ulmer Stadtteil, Plakate hängen auch nicht herum. Wir sprechen nicht von Krone, Barum, Roncalli, sondern vom Zirkus Fantastico. Das Fantastische daran ist das Alter der Artisten. Keiner ist älter als zehn, keiner jünger als sechs.  Grundschulkinder als Zirkusmacher.

Am Mittwoch um 18 Uhr bescheren sie den Ludwigsfeldern einen Spätnachmittag lang ihr Können. Die Nachwuchsartisten besuchen die Zirkus-AG der Erich-Kästner-Schule und geben heute ihre jährliche Vorstellung in der Mehrzweckhalle. Den Zirkus Fantastico existiert schon seit zehn Jahren. Jetzt sind es 13 Kinder aus den Klassen zwei bis vier. Nur jede zweite Woche wird für den Zirkus trainiert. AG-Leiter Bernd Hauke ist stolz auf seine Truppe. Er war mit seinen Kindern vergangenes Jahr beim Zirkus Roncalli  zu Besuch. „Dort habe ich einige Anregungen für die Arbeit mit den Kindern erhalten. So gibt es bei unserer Vorstellung Popcorn, damit wir noch mehr Zirkusflair haben“, erklärt er.

Am Dienstag war Generalprobe, geladen waren die Ludwigsfelder Vorschulkinder, und sie bekamen von den Zirkusclowns Bonbons geschenkt. Doch derlei Bestechungen wären nicht notwendig gewesen, die Kleinen klatschten begeistert, jubelten fröhlich.

Los geht es mit eindrucksvollem Getrommel. Lehrerin Silvia Deschle hat mit ihrer Klasse 4c auf großen Gymnastikbällen ein Trommelstück einstudiert. Der Chor der Klasse 2e befasst sich mit dem Thema Seifenblasen und schickt einige bunt schillernde Seifenkugeln ins Publikum. Kinder sind verkleidet als Zauberwesen, Tänzerinnen, Clowns, Eisbär und Tiger. Flotte Sprünge über Kisten oder am Trampolin geben der Vorstellung Schwung, und so mancher gezielte Purzelbaum durch Reifen ist einfach große Klasse.

Wie im „richtigen“ Zirkus sorgen drei Clowns für Gelächter, während im Hintergrund die nächste Nummer vorbereitet wird. Die Mädchen beherrschten das Seil, schleuderten und wirbelten durch die Lüfte, mal alleine, mal in der Gruppe. Auf den Einrädern zeigen die Mädchen viel Geschick und drehten ihre Runden über die Bühne, trainiert von der Schulpraktikantin Anna Michel. „Wir haben ein Riesenglück, dass unsere Anna selbst Einradfahrerin ist. Sie konnte den Kindern diese Kunst beibringen“, lobt Hauke.

Hula-Hoop-Reifen sind eigentlich Mädchenkram. Doch die Jungs, als Clowns verkleidet, wollen es auch mal probieren. Die Reifen sind  im Durchmesser zu klein, der Hüftschwung ist zu schwach, die Zuschauerkinder freuen sich über diese Clownerien. Viel Geschicklichkeit zeigen die Kinder auch beim Jonglieren mit Tüchern, Stöcken und Tellern.

Die Kindergartenkinder sind begeistert, zeigen dies mit viel Applaus und der Forderung nach einer Zugabe. Die Mutter vom neunjährigen Zirkuskind Adrian ist voll des Lobes. „Mein Sohn ist einer der Clowns und nimmt die Sache sehr ernst. Er hat sich sogar selbst geschminkt“, erzählt Sybille Gänßlen-Zeit. Sie hofft jedes Jahr, dass es diese AG noch gibt. „Beständig müssen wir darum kämpfen, dass diese AG weiter bestehen bleibt. Wir haben einfach zu wenig Stunden für solche Sachen“, klagt Bernd Hauke.

Info Die Zirkusvorstellung ist keine reine Schulveranstaltung, sondern für alle Interessierten offen. Eintritt frei, Spenden erwünscht. Vorführung am heutigen Mittwoch um 18 Uhr in der Mehrzweckhalle Ludwigsfeld. Weitere Fantastico-Bilder auf swp.de