Ulm Ariane Müller und Julia Gámez Martin: Mit "Suchtpotenzial" zurück zum eigenen Lied

Von der Musicalbühne zur Kleinkunst: Julia Gámez Martin (links) und Ariane Müller haben mit "Suchtpotenzial" ihr erstes Musikkabarett-Programm geschrieben und stellen es am 31. Januar im Alten Theater vor.
Von der Musicalbühne zur Kleinkunst: Julia Gámez Martin (links) und Ariane Müller haben mit "Suchtpotenzial" ihr erstes Musikkabarett-Programm geschrieben und stellen es am 31. Januar im Alten Theater vor. © Foto: André Gerring
Ulm / HELMUT PUSCH 24.01.2014
In Sachen Pop auf großen Bühnen ist sie die Nummer eins in Ulm: Jetzt macht die Musikerin Ariane Müller eine Wende - zurück zur Kleinkunst.

"Jesus Christ Superstar", "Rocky Horror Show", "Hair", dazu jede Menge Galas mit Musicalstar Henrik Wager. Die Konstante dieser großen Produktionen: Ariane Müller, die Pianistin, die seit sieben Jahren die musikalische Chefin ist, wenn sich das Theater Ulm in der Sparte Musical und deren Nachbarbereichen tummelt.

Jetzt orientiert sich die Musikerin neu - weg von der Reproduktion auf großen Bühnen, hin zum Selbstgeschriebenen: "Suchtpotenzial" heißt das Kleinkunst-Programm, das Ariane Müller und ihre Partnerin Julia Gámez Martin, auch die Berlinerin kennt man aus Musicals am Theater Ulm, in den vergangenen Monaten erarbeitet haben und das am 31. Januar im Alten Theater erstmals in Ulm gezeigt wird.

Wobei Ariane Müller das nicht als Kehrtwende sieht: "Das ist eher eine Rückkehr zu meinen Wurzeln. Denn bevor ich als Musikerin zum Theater Ulm gegangen bin, habe ich ja schon eigene Sachen geschrieben" - etwa fürs Theater in der Bastion, wo die damals 17-Jährige erst als Darstellerin agierte, dann als Hauskomponistin mehrere Musicals schrieb. Und auch beim 2008 mit dem baden-württembergischen Keinkunstpreis dekorierten Comedy-Duo Marlies Blume & Fräulein Müller wurden die Songs selbst gestrickt. Überhaupt: "Mich interessieren keine Virtuosen, mich interessieren Leute wie Reinhard Mey oder die Beatles, Leute, die ihre eigenen Songs auf die Bühne bringen." Zu Mey gibt es sogar familiäre Bezüge, er ist der Cousin von Ariane Müllers Großmutter.

Das neue Konzept hat schon schöne Erfolge zu verzeichnen: eine Einladung zum Troubadour-Finale in Stuttgart, ein Auftritt auf dem Bundespresseball und ein Bundespräsident, der sich persönlich für den Auftritt bedankte. Mittlerweile haben die beiden auch ein Berliner Management und eine Plattenfirma.

Apropos Platte. Die erste Veröffentlichung soll ein Live-Album werden, das auch in Ulm mitgeschnitten wird. Und live heißt: Klavier oder Gitarre und zwei Stimmen. So werden Ariane Müller und Julia Gámez Martin auch im Alten Theater auf die Bühne gehen. Im Studio wollen die beiden aber auch Versionen ihrer Songs mit Band aufnehmen und Videos produzieren.

Und apropos live. Wer jetzt Lust hat, das Duo im Alten Theater zu sehen: Die Ulmer Premiere von "Suchtpotenzial" ist bereits restlos ausverkauft. "Aber wir kommen wieder", verspricht Ariane Müller.

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