Für Freitag hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten der AOK zu Warnstreiks in Baden-Württemberg aufgerufen. Insgesamt werden landesweit mehr als 500 Streikende erwartet. Die zentrale Kundgebung für die AOK Ulm-Biberach und die AOK-Ostwürttemberg findet in Ulm statt. Im Weinhof rechnet die Gewerkschaft ab 10.30 Uhr mit rund 150 streikenden Krankenkassen-Mitarbeitern. Auch in Ludwigsburg, Mannheim und in Freiburg finden weitere Kundgebungen statt.

Diese AOK-Standorte hat Verdi zum Warnstreik aufgerufen

Im Verdi-Bezirk Fils-Neckar-Alb werden unter anderem folgende Standorte aufgerufen: Balingen, Reutlingen, Tübingen, Kirchheim u. Teck, Nürtingen Esslingen und Göppingen (Alle Geschäftsstellen der fünf Landkreise können betroffen sein) Weitere Streikorte sind bei den Bezirksdirektionen Rhein-Neckar-Odenwald in Mannheim, Ulm-Biberach und Ostwürttemberg in Ulm sowie Südlicher Oberrhein in Freiburg.

Verdi fordert 6,8 Prozent mehr Gehalt

Nach zwei Verhandlungsrunden hatten die Arbeitgeber lediglich Entgelterhöhungen von insgesamt fünf Prozent bei einer Laufzeit von 36 Monaten angeboten.

Verdi fordert für die Beschäftigten und Auszubildenden, die unter den Tarifvertrag mit der AOK fallen, unter anderem eine Erhöhung der Gehälter um 6,8 Prozent. Außerdem sollen die Ausbildungsvergütungen für die unterschiedlichen Ausbildungsgänge auf ein einheitliches Niveau angehoben werden.

Verdi fordert darüber hinaus einen jährlichen Zuschuss für gesundheitliche Maßnahmen sowie die Verbesserung von Aufstiegschancen in den ersten Beschäftigungsjahren.

Sozialzuschläge „nicht mehr zeitgemäß“

Die Arbeitgeber haben in der zweiten Verhandlungsrunde erklärt, dass sie die Entgeltrunde nicht mit ihrer Forderung nach Abschaffung der Sozialzuschläge belasten wollen. Dieser in Ihren Augen nicht mehr zeitgemäße Entgeltbestandteil soll zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf die Agenda geholt werden. Entgelterhöhungen wurden in drei Stufen von zwei Prozent, 1,5 und 1,5 Prozent bei einer Laufzeit von 36 Monaten angeboten.

Claudia Chirizzi, Verdi Landesfachbereichsleiterin: „Die Beschäftigten empfinden es als Affront, dass sie bis Ende 2022 gerade mal einen Ausgleich für die Inflation bekommen sollen.“

Verhandlungen sollen am 25. und 26.02.2020 weiter gehen

Die Streikversammlung findet am Freitag in Ludwigsburg statt, wo an diesem Tag sowohl die GPR-Vorsitzenden der AOKen der anderen Bundesländer als auch der neue Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Johannes Bauernfeind, auf dem dortigen GETRAG Areal sein werden. Die Streikenden versammeln sich, nach einem Demozug durch die Innenstadt, dort um 11:00 Uhr zu einer Kundgebung. Die Verhandlungen werden am 25. und 26. Februar fortgesetzt.