Donaufest Annäherung beim Donaucamp

Donaucamp im Rahmen des Donaufestes.
Donaucamp im Rahmen des Donaufestes. © Foto: Henri Gallbronner
Ulm/Neu-Ulm / Henri Gallbronner 09.07.2018

Ob ein Liebeslied an Europa, ein selbstgeschriebenes Theaterstück oder ein „(T)Raumkalender“: Beim Donaucamp im Rahmen des Donaufestes nähern sich die Schüler aus 27 Schulklassen des gesamten Donauraumes auf vielfältige Weise dem Thema „Europa – ein schöner (T)Raum?“ an.

Zunächst lernten sich die trinationalen Projektgruppen des Donau-Online-Projektes nur über das Internet kennen und arbeiteten von Februar bis Mai an ihren Beiträgen. Ausgewählte Schüler reisten dann zum Internationalen Donaujugendcamp nach Ulm/Neu-Ulm, um beim die Ergebnisse der einzelnen Gruppen zu präsentieren.

„Wenn man sich kennt, hat man vielleicht keine Vorurteile, hat man vielleicht keine Angst“, brachte Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg den Sinn dieses internationalen Austauschprojektes bei der Abschlusspräsentation am Montag im Edwin-Scharff-Haus auf den Punkt.

Jugendkonferenz der Vereinten Staaten von Europa

Nach seinem kurzen Grußwort ging es dann aber schnell los mit der „Ersten Jugendkonferenz der Vereinten Staaten von Europa“ im Jahr 2118, wie die Präsentation überschrieben war.

Simeon und Yoan aus Bulgarien beschäftigten sich mit den Schulsystemen in Bulgarien, Ungarn und Kroatien. Bei einer Umfrage innerhalb ihrer Projektgruppe wurde schnell klar, wie groß die Unterschiede sind: Während der ersten Fremdsprache in Ungarn neun Wochenstunden Unterrichtszeit eingeräumt werden, sind es in Ungarn sieben, in Kroatien nur vier. Im Gegensatz dazu dauert der Schulsport in Ungarn doppelt so lange wie in den beiden anderen Ländern. „Gesundheit steht bei uns an erster Stelle“, sei die Begründung ihrer ungarischen Partner gewesen, berichteten Simeon und Yoan.

In einem Video beschäftigte sich die Gruppe zudem mit den Wünschen ihrer Mitschüler für die Zukunft: Neben Klassikern wie späterem Unterrichtsbeginn und weniger Hausaufgaben forderten die Schüler vor allem eine größere Ausrichtung des Unterrichts am realen Leben. „Das kann durchaus ein Anstoß für uns Schulen sein“, meinte Beatrix Melchinger, selbst Lehrerin und Projektleiterin des Donau-Online-Projekts.

Auf drohende Gefahren für den „(T)Raum Europa“ machte eine fiktive Nachrichtensendung aus dem Jahr 2118 aufmerksam: Sätze wie „Die Polarmeere sind vollständig schiffbar, Europa betreibt jetzt Welthandel mit den USA, Kanada und Russland über den Nordpol“, ließen so manchem Besucher kurz den Atem stocken.

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