Erbach Andreas Weller und Götz Payer bei den Bachtagen

Erbach / BURKHARD SCHÄFER 13.06.2013
Dieser Liederabend war an Intensität kaum zu überbieten: Tenor Andreas Weller und Pianist Götz Payer gastierten bei den Wiblinger Bachtagen.

"Glückes genug" hieß das letzte Lied, das Tenor Andreas Weller und sein Klavierpartner Götz Payer vor den beiden Zugaben in der Wiblinber Franziskuskirche zum Besten gaben. Max Reger hat es komponiert, und sein Titel hätte Motto über dem großartigen, buchstäblich mit jeder Note zutiefst beglückenden Liederabend stehen können. Der notorisch unterschätzte Reger war es auch, der den musikalisch Abend umrahmte. Romantischer als mit "Mein Traum" und "Waldseligkeit" hätten die beiden Interpreten kaum beginnen und inniger als mit den Zugaben "Mariae Wiegenlied" und "Des Kindes Gebet" hätten sie den Abend nicht beenden können.

Dazwischen spannten Weller und Payer einen Liederreigen von Tonschöpfern, die man weniger mit dem Liedgesang in Verbindung bringt: Hans Pfitzner, der Brahms-Freund Heinrich von Herzogenberg, Franz Schreker und Erich Wolfgang Korngold. Edvard Grieg, von dem die beiden Lieder "Zur Rosenzeit" und "Ein Traum" zu hören waren, und vor allem Richard Strauss, dessen "Mädchenblumen"-Zyklus erklang, dürften wohl die beiden bekanntesten Namen gewesen sein.

Payer, der den Abend moderierte, und Weller agierten - ohne Übertreibung - auf künstlerischem Weltniveau. Intonation, Deklamation, Artikulation und das Zusammenspiel der beiden Spitzenkünstler: es hätte besser, intensiver und fesselnder kaum sein können. In vielen Liedern, etwa in Herzogenbergs ausladender Ballade "Der schwarze Ritter" oder Straussens "Wasserose", dem vielleicht publikumswirksamsten Stück des Abends, hätte man die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören können, so konzentriert hingen die Zuhörer an Wellers Lippen und Payers Händen.

Info Die Wiblinger Bachtage setzten heute, Donnerstag, 20 Uhr, Alban Beikircher (Violine), Jonas Vischi (Cello) und Albrecht Schmid (Cembalo) mit Sonaten und Suiten Bachs in der Unterweiler Antonskirche fort.

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