Region Skilifte auf der Alb: Andrang wie am Anfang

Beiningen.
Beiningen. © Foto: Matthias Kessler
Region / Joachim Striebel 22.02.2018
Die Liftbetreiber auf der Schwäbischen Alb nutzen die späten Schneefälle und präparieren ihre Pisten.

Der Tag, an dem der Winter vertrieben werden sollte, war der bisher beste Skitag der Saison. Nach den kräftigen Schneefällen am Samstag walzten Erich Straub und seine Helfer mit ihren Motor­schlitten die Piste am Lift in Blaubeuren-Beiningen und stellten den Hinweis ins Internet, dass der Lift am nächsten Tag um 9.30 Uhr in Betrieb geht. „Und Punkt halbzehn waren die Leute da“, berichtet Straub. Dann kamen immer mehr Wintersportler. „Das war fast gehäuft.“ Dieser „Funkensonntag“ 2018 erinnerte den 79-Jährigen an die Anfangsjahre, als der nur einen Katzensprung von Ulm entfernte Lift für viele Skifahrer aus der Region die erste Adresse war. Auch in seinem 48. Winter hat Liftbetreiber Straub bislang ein Auf und Ab erlebt. Vor Silvester waren eineinhalb Betriebstage möglich, bevor es zu regnen begann. Vor drei Wochen dann erneut eine gute Piste, die aber wiederum nicht lange hielt.

Durch die einigermaßen stabile Hochdruckzone mit trockener und kalter Luft scheint der am vergangenen Wochenende und am Mittwoch gefallene Schnee noch eine Weile zu halten. Dem Skivergnügen an diesem Wochenende steht also nichts entgegen. Beiningen, das in rund 700 Metern Höhe auf dem Hochsträß, dem Höhenzug zwischen Blau- und Donautal liegt, hat von den jüngsten Schneefällen mehr abbekommen als die Wintersportorte auf der Laichinger Alb. Erich Straub meldet eine Schneehöhe von 20 Zentimetern, Kurt Pöhler, Geschäftsführer des Skilifts Laichingen, von nur 10 bis 15 Zentimeter. Freilich sind auch in Laichingen (800 Meter) die Schlepplifte in Betrieb, am Wochenende zusätzlich der beliebte Schlittenlift. Loipen sind in Laichingen allerdings nicht gespurt, auch nicht im benachbarten Westerheim (820 Meter). „Der Bauhof hat’s am Sonntag probiert“, berichtet eine Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung. Die Männer hätten jedoch feststellen müssen, dass zu wenig Schnee liegt. Dasselbe gilt für Blaubeuren-Seißen, wo die Rundstrecken auch über Ackerland gehen. „Eine Fahrt mit dem Pistenbully zum Spuren der Loipe wäre Feldbearbeitung“, sagt Ortsvorsteherin Barbara Rüd. Einige Lang­läufer haben selbst eine Spur gezogen.

Wer auf eine gespurte Loipe Wert legt, kann zum Skilift „Salzwinkel“ bei Römerstein-Zain­ingen fahren. Dort haben die Betreiber eine kleine Höhenloipe angelegt, die am Abend sogar beleuchtet wird. Gespurt ist auch in Berghülen, Start auf eine zwei oder sechs Kilometer lange Runde ist  beim Schützenheim. Nicht nur auf der Schwäbischen Alb, sondern auch südlich der Donau ist derzeit Skilanglauf möglich: Im Kreis Günzburg auf der
Haseltal-Loipe in Alteshausen-Winzer. „Es bleibt kalt bis März!“, verkündet der Verantwortliche Hans Wiedemann auf seiner Homepage.

Kälte ist auch für das Skigebiet in Römerstein-Donnstetten auf der Alb gut. Denn dort steht die einzige Schneekanone in der Region. Wie Geschäftsführerin Angela Gödrich berichtet, wird nachts Schnee gemacht. Drei Grad Kälte reichen aus. „Fünf oder sechs Grad minus sind aber besser, wenn’s ein Stück geben soll“, sagt Angela Gödrich. Die Kanone hat die Faschingsferien gerettet. „Wir hatten vier Nächte lang beschneit und sieben Tage offen“, schildert die Geschäftsführerin. Trotz des wechselhaften Winters zählte sie am Mittwoch den 29. Betriebstag in dieser Saison. Das Privatunternehmen mit vier Beschäftigten kann die Einnahmen gut gebrauchen, denn in den vergangenen Jahren wurde kräftig investiert in die Liftanlagen, die von 1960 stammen. Und dies trotz der Prognosen von Wissenschaftlern, dass es alle Skigebiete unterhalb von 1500 Metern wegen des Klimawandels in Zukunft sehr schwer haben werden. Die „Bobbahn und Skilifte GmbH Donnstetten“ hat noch ein anderes Standbein, eine Sommerbobbahn. „Wir brauchen beides“, sagt Angela Gödrich

Für Erich Straub ist und bleibt der Skiliftbetrieb ein Hobby, an dem auch seine Enkelkinder Freude gefunden haben. Weil die ganze Familie hilft, geht es immer weiter. Notwendige Investitionen bleiben nicht aus. Straubs mussten ein neues Getriebe kaufen für 9000 Euro. Die Liftkarten sind günstig geblieben. Die 30er- wie auch die Halbtageskarte kostet für Erwachsene 10 Euro und für Kinder 8,50.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel