An der Spitalhof-Gemeinschaftsschule und am Schubart-Gymnasium können Eltern von künftigen Fünft- und Sechstklässlern entscheiden, ob ihre Kinder an der Schule auch am Nachmittag betreut werden sollen. Ein Novum in Ulm. Weder am Gymnasium im Halbtagsbetrieb wie dem Schubart noch an einer Gemeinschaftsschule wie der Spitalhofschule wurde bisher eine tägliche Betreuung von 12 bis 17 Uhr von der Stadt geboten.

Dem Pilotprojekt, das im September starten soll und für drei Jahre angelegt ist, hatte der Bildungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt. „Jetzt werden die Anmeldeformulare gedruckt“, sagt Sabrina Menzel, zuständig bei der Stadt unter anderem für die Schulkindbetreuung. Die Formulare werden mit an die Eltern von Viertklässlern ausgegeben, die sich im Februar in den Infoabenden der weiterführenden Schulen über deren Angebote schlau machen.

Von Eltern gefordert

Bildungsbürgermeisterin Iris Mann will mit dem Angebot erreichen, dass Eltern Sicherheit bekommen und Kinder Rückhalt. Die Nachfrage nach der Nachmittagsbetreuung ist da, wie eine Umfrage unter Eltern von Seiten der Stadt ergeben hatte.

Die Rahmenbedingungen sehen so aus: Eine Person soll pro 20 Schülern zuständig sein. Die Spitalhofschule wird mit dem Jugendhaus Büchsenstadel kooperieren, das Schubart mit dem Jugendhaus Insel. An der Spitalhofschule sollen die Schüler zunächst einen Unterrichtsraum mitnutzen, Flure werden mit Sitzmöbeln ausgestattet. Im Schubart-Gymnasium kann ein ehemaliger SMV-Raum genutzt werden. Die Stadt geht von 3,9 Stellen und von Personalkosten in Höhe von rund 241 000 Euro pro Jahr aus. Für 2019 rechnet die Stadt mit Personalkosten von 106 000 Euro, da das Projekt erst im September startet. Bei den Sachkosten veranschlagt die Stadt 158 000 Euro (für 2019), 296 000 Euro (für 2020) und 246 000 Euro (für 2021 und 2022). Der Elternbeitrag soll sich nach Gebühren richten, die die Stadt für die Grundschulkind-Betreuung erhebt.