Genetik Alte Ulmer Sorten bei Saatgut-Börse

Hochbetrieb bei der Saatgut-Börse: Wer suchte, der fand auch den Ulmer Rettich unter den vielen Samentütchen.
Hochbetrieb bei der Saatgut-Börse: Wer suchte, der fand auch den Ulmer Rettich unter den vielen Samentütchen. © Foto: Bernard Friese
Ulm / cst 16.02.2018
Biologin Denise Emer berichtet im Museum der Brotkultur über alte Ulmer Gemüsesorten wie den Söflinger Rettich.

Ulmer Spargel, Ulmer Ochsenhörner – so heißen die Mai- oder Herbstrüben – sowie Söflinger Zwiebeln. Es gebe nur noch wenige alte Ulmer Gemüsesorten. Mehr als 80 seien „schon verschollen“, sagte Biologin Denise Emer aus Weilheim bei ihrem Vortrag anlässlich der zweiten Ulmer Saatgut-Börse unter dem Motto „Wer die Saat hat, hat das Sagen“. Haus-, Klein- und Blumentopfgärtner und -gärtnerinnen waren ins Museum der Brotkultur gekommen.

Rund 100 Zuhörer interessierten sich, zu welchen Ergebnissen Denise Emer bei ihrer schwierigen, aber dennoch teilweise erfolgreichen Suche nach alten Gemüsesorten „in der ehemaligen Gärtnerstadt“ gekommen ist.  Für dieses regionale Saatgut-Projekt hat die Mitbegründerin des „Genbänkle“ allein 42 bekannte Ulmer Sorten aufgelistet – wie den Söflinger Rettich und die entsprechenden Zwiebeln.

Woldemar Mammel, bekannt als Alb-Leisa-Wiederentdecker, ergänzte den Vortrag, indem er besagtes „Genbänkle“ vorstellte: „Es ist ein Netzwerk für Sortenretter und -erhalter der Nutzpflanzenvielfalt mit Schwerpunkt Baden-Württemberg.“

 Eng wurde es im dritten Stock des Museums, berichtet Theo Düllmann, Sprecher des mitveranstaltenden Bündnisses für eine agrogentechnikfreie Region (um) Ulm. Auf gut 20 Tischen fanden Interessierte eine große Vielfalt an biologischem Saatgut und Knollen aus der Region – zum Kaufen oder Tauschen. Darunter auch wiederentdeckte Sorten wie die „Türkenbohne“, das „Schwarze Winterrübchen“ sowie eine Fülle von Tomatensorten samt „Ochsenherz“.