Fasnet Als Sießener Frechdachs zum Umzug

Die Frechdachse Sießen sind auch beim Fasnetsumzug in Dietenheim dabei.
Die Frechdachse Sießen sind auch beim Fasnetsumzug in Dietenheim dabei. © Foto: Clemens Schenk
Sießen / Clemens Schenk 10.02.2018
Eine Sportgruppe aus Sießen beteiligt sich schon 36 Jahre am Ranzenburger Fasnet-Höhepunkt. Die Vorfreude ist groß.

Wenn am morgigen Fasnetssonntag mit dem großen Umzug der Höhepunkt der Ranzenburger Fasnet über die Bühne geht, sind auch wieder einige Gruppen aus der Dietenheimer Nachbarschaft unter den Teilnehmern. So ist die Musikkapelle Hörenhausen schon immer ein fester Bestandteil des Ranzenburger Fasnetsumzugs. Seit ein paar Jahren marschieren sie zusammen mit den „Sießener Waldgoischdr“ und „Waldhexa“ im gleichen Outfit und geben dabei eine der größten Gruppen des Ranzenburger Fasnetsumzugs ab. Die Geschichte einer Faschingsgruppe aus Sießen, die auch schon 36 Jahre lang mit viel Freude und Begeisterung in Ranzenburg mitwirkt, sind die früheren Dienstagsturnerinnen und jetzige Fitness-Gruppe oder Fitness-Mädels der Sportfreunde Sießen. In diesem Jahr treten sie in hübscher Verkleidung und Gruppierung als „Sießener Frechdachs“ auf und werden dabei sicher wieder eine interessante Gruppe abgeben.

Viele von den Damen sind schon jahrzehntelang dabei. Obwohl manche schon etwas älter sind, nehmen die Sießener Frauen noch mit viel Elan bei der Vorbereitung und Durchführung des Dietenheimer Umzugs teil. „Früher waren wir noch kindischer und unbeschwerter, heute brauchen wir halt etwas längere Erholungsphasen, das mindert den Spaß aber nicht“, fasst Regina Mahle als eingefleischte Sießener Sportlerin den Ausflug an der Fasnet zusammen.

Ein aus Mitgliedern der Gruppe besetzter Faschingsausschuss nimmt sich jedes Jahr die Fasnet zum Thema und macht Vorschläge. Während früher jedes Jahr ein neues Kostüm für den Umzug angezogen werden musste – und dies auch noch selbst gefertigt wurde –, haben sich die Damen in den vergangenen Jahren auf einen zweijährigen Rhythmus umgestellt. Dabei werden die neuen Kostüme, nachdem man sich auf ein Faschingsthema geeinigt hat, als Grundkostüm gekauft und von jeder persönlich aufgepeppt – ganz nach ihren Bedürfnissen. „Wir müssen und wollen ja gut darin aussehen, witzig, transparent und lustig“, benennt Regina Mahle die Intention dahinter.

Dabei ist den Sportlerinnen der Sportfreunde Sießen auch wichtig, für die Faschingsgruppe gemeinsam den richtigen, meist lustigen Namen zu finden, der auch zur Gruppe passt und mit dem sich alle identifizieren können. So können sich viele sicher an Gruppennamen wie Sießener Grashüpfer, Vogelscheuchen, Wetterhexen, Rittersfrauen und Wikinger erinnern, mit denen die Faschingsgruppe immer ein gutes Bild beim Ranzenburger Fasnetsumzug abgab.

Bei der Namensgebung in diesem Jahr hatte die Damen-Gruppe ein kleines Problem. Nachdem den Frauen ein Kostüm eines „Stinktieres“ sehr gefiel, sie aber mit dem Namen auf die Damen bezogen „eigentlich nichts anfangen konnten“, einigten sie sich auf „Sießener Frechdachs“. Die Auftritte der Faschingsgruppe konzentrierten sich in all den Jahren, bis auf kleine Ausnahmen, hauptsächlich auf die Teilnahme beim Ranzenburger Fasnetsumzug. Auch bei den örtlichen Faschingsbällen in Sießen stimmten sich einzelne Mitglieder der Gruppe in jeweils gemeinsamer netter Verkleidung auf den Fasching ein.

Höhepunkt war und ist jedoch immer der Fasnetssonntag in Ranzenburg. Dabei treffen sich die Mitglieder der Gruppe immer bei einer Mitturnerin aus Dietenheim zum Schminken und zum „Anheizen“, sprich sich in die „richtige Stimmung“ bringen. „Da herrscht immer beste Laune, und da muss schon manche Flasche Sekt im Vorfeld dran glauben“, erläutert Regina Mahle. Nach dem Umzug wird immer auf dem Marktplatz, der Giaßabar und anderen Lokalitäten weitergefeiert. Auch Pfarrer Gerhard Bundschuh wurde schon einmal ein Besuch abgestattet. „Wir sind ein netter Haufen, aus dem auch schon viele Freundschaften entstanden sind“, freut sich Regina Mahle über ihre Gruppe und fügt an: „Das macht das Zusammensein noch wertvoller“. In diesem Sinne: „Sießener Frechdachs – Narro Ahoi“.

Dienstagsturnerinnen werden zur Fitness-Gruppe

Sport Früher nannten sie sich Dienstagsturnerinnen, weil immer am Dienstag gemeinsam Sport getrieben wurde. Geübt wird immer noch am Dienstag von 19 bis 20.30 Uhr, doch nennen sie sich heute Fitness-Gruppe oder Fitness-Mädels der Sportfreunde Sießen. Dabei handelt es sich um 24 Damen im „besten Alter“ von 40 bis 50+ Jahren. Unter Übungsleiterin Christine Brunner werden dabei Aufwärmübungen aus dem Gesundheits- und Fitness-Bereich mit flotter Musik durchgeführt. Seit annähernd 40 Jahren besteht diese Sportgruppe, deren Mitglieder sich auch neben dem Sport gut verstehen und sich jährlich zum Faschingsturnen, einem kameradschaftlichen Hüttenwochenende oder zum gemeinsamen Ausflug treffen.

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