Bei Bernd Jooß dreht sich alles um Bücher. In der Ulmer Filiale von Hugendubel kümmert sich der 36-Jährige als Abteilungsleiter ums Sortiment, zuhause in Thalfingen schreibt der 36-Jährige selbst. Im Knaur-Verlag ist jetzt sein Debüt „Der Verfall“ erschienen.

Im heruntergekommenen Gerberviertel einer namenlosen Stadt tötet ein brutaler Serienkiller ohne erkennbares Motiv. Der Stadtteil ist ein sozialer Brennpunkt. Kommissar Hendrik Heller, den mit dem Viertel eine tragische Vergangenheit verbindet, wird mit den Ermittlungen betraut. Heller steigert sich immer mehr in den Fall hinein, glaubt schließlich, dass er den Fall lösen muss, um das Viertel, die Stadt und letztlich sich selbst vor dem Untergang zu retten.

„Der Verfall“ ist nicht der erste Roman, den Jooß verfasst hat, aber der erste, der es in die Buchläden schaffte. „Ich habe schon vorher andere Romane geschrieben, die waren aber nicht gut genug“, sagt er selbstkritisch. Und auch „Der Verfall“ hat eine längere Entstehungsgeschichte hinter sich. Die erste Fassung schrieb Jooß bereits vor sieben Jahren von Hand. Doch erst nach mehreren Überarbeitungen war der heute 36-Jährige damit so zufrieden, dass er das Manuskript an eine Literatur-Agentur schickte, die ihm prompt einen Vertrag mit den Knaur-Verlag besorgte.

Dass er einmal als Autor reüssierten würde, war aber alles andere als klar. Beim gebürtigen Gerstettener wurde in der Grundschule eine Leseschwäche diagnostiziert. Dazu kamen Sprachprobleme. Bernd Jooß besuchte eine auf derlei Defizite spezialisierte Schule im Heidenheimer Stadtteil Schnaitheim. „Dort legte man Wert auf die Entwicklung der Kreativität, wir wurden dazu angehalten, eigene Geschichten zu erfinden.“ Und die wurden dann zu regelrechten Büchern gebunden.

Der nächste Roman ist bereits in Arbeit. Und der wird kein Krimi, verrät Bernd Jooß. Der Arbeitstitel lautet „Ereignishorizont“.

Info Bernd Jooß: Der Verfall – Eine Odysee. Knaur, 328 Seiten, 12.99 Euro.