Mit einem Festival der Kreativität am südlichen Münsterplatz sollten alle Sinne angeregt werden. Der Veranstalter, die Aktion Stadtgesichter, wollte aber nicht nur die Besucher mit unterschiedlichen Angeboten beflügeln, sondern auch Gutes Tun. Ein Teil des Erlöses wird dem Klinik-Schulverein gespendet. Die Idee zum Festival stammt von der Kunsttherapeutin Diana Wössner. "Es gibt so viele Musikfestivals. Warum nicht auch mal eines für die Kreativität? Wir wollen die Leute anstoßen, selbst kreativ zu sein." Das konnten die Besucher am vergangenen Wochenende durchaus. An den Ständen waren nicht nur bereits geschaffene Kunstwerke ausgestellt. Die Ulmer konnten den Bestand nach Belieben vermehren: Jeder, der gerade Lust hatte, konnte den Pinsel schwingen. Bäume wurden mit Papier verkleidet und von den Besuchern bemalt. Ein Ulmer Graffitikünstler, der sich "Aslan 84 CTS" nennt, bezog die Besucher in sein kreatives Schaffen ein, er ließ sie einfach mitmachen. "Ich arbeite nur auf Stoff", räumte er mitgebrachte Vorurteile aus. Von beschmierten Hauswänden hält er nichts. "Ich bin hier, weil ich den Leuten zeigen will, dass Graffiti nichts mit Sachbeschädigung zu tun hat." Ingeborg Kabitz und Sandra Hunsche von der Kreativschule Blaustein bemalten zusammen mit Kindern einen Münsterturm in Din-A-5-Format. Weil Kunst hungrig macht, gab es reichlich zu essen, diverse Bands rundeten das Programm ab.