Soziales Alle für ein Haus des Jugendrechts

Ulm / Beate Rose 03.07.2018

Kurze Wege, viele Hilfen unter einem Dach: So soll das „Haus des Jugendrechts“ funktionieren. Im Jahr 2015 haben Vertreter der Polizei, der Staatsanwaltschaft, der Stadt und des Alb-Donau-Kreises die Absicht erklärt, dass es so ein Haus auch in Ulm geben soll und bildeten eine Projektgruppe. Jetzt sieht es so aus, als wird die Einrichtung Anfang 2019 eröffnen. So erklärte es Gerhard Humm von den Kommunalen Diensten der Stadt Ulm in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses.

Das Gebäude ist gefunden: das ehemalige Hauptzollamt in der Schaffnerstraße. Von dort sind es „175 Meter bis zum Gericht, ideal“, sagte Humm. Doch im Haus des Jugendrechts soll mehr angeboten werden, als Begleitung zu Gerichtsverhandlungen, vor allem „Fallkonferenzen“, sagte Humm. Über jeden Fall eines auffällig gewordenen Jugendlichen soll beraten und „geschaut werden, was verändert werden kann“.

Wenn ein Jugendlicher einmal klaut, müsse man schauen, ob es sich um eine Mutprobe gehandelt hat. „Wenn einer zehnmal etwas geklaut hat, ist es ein Problemfall“, sagte Michael Bischofberger, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Ulm. Speziell für solche Jugendlichen ist das Haus gedacht, nämlich wenn sich Vertreter der verschiedenen Institutionen von Polizei und Jugendhilfe treffen, um zu erörtern, welche Maßnahme für wen angebracht sind. Allerdings: „Das Haus des Jugendrechts ist kein Gericht“, betonte Bischofberger. Das Ziel: Die Jugendlichen sollen nicht straffällig oder zumindest nicht rückfällig werden. 

Alle Mitglieder des Jugendhilfeausschuss waren dafür, dass die Einrichtung weitergeführt wird. Humms Fazit: „Man sitzt näher zusammen und bekommt Verständnis füreinander, wie die einzelnen Einrichtungen der Jugendhilfe arbeiten.“

Wie sich die Kooperationspartner beteiligen

Partner Das Haus des Jugendrechts Ulm ist eine Kooperationsarbeit von Polizei, Staatsanwaltschaft, Stadt und Landkreis und den Amtsgerichten Ulm und Ehingen. Die Partner übernehmen anteilig die Kosten.

Stellen Mitarbeiter der städtischen Jugendhilfe werden sich 2,75 Stellen teilen. Die Polizei ist mit 17 Stellen dabei. Die Staatsanwaltschaft wird bedarfsabhängig da sein, Jugendrichter nehmen an Besprechungen teil, der Kommunale Soziale Dienst an Fallkonferenzen. 

Statistik Jugendliche haben im vergangenen Jahr insgesamt 524 Straftaten begangen, 2013 waren es noch 411. Bei den Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) waren es 504 Fälle im Jahr 2017, 483 Fälle im Jahr 2013. Die häufigsten von Jugendlichen und Heranwachsenden begangenen Straftaten sind Körperverletzungen und Diebstahl.

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