Ulm Alexandra Stoll: Wir sind eine bewegte Familie

Alexandra Stoll im Sommerinterview.
Alexandra Stoll im Sommerinterview. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / HANS-ULI MAYER 03.08.2013
Alexandra Stoll ist mit Thomas Stoll, Manager der Ulmer Bundesliga-Basketballer, verheiratet. Im Sommerinterview spricht sie über den Alltag, die Karriere ihres Mannes und den Stellenwert von Basketball in ihrem Leben.

Frau Stoll, Ihr Mann schreibt als Manager der Ulmer Bundesliga-Basketballer seit Jahren eine Erfolgsgeschichte. Fiebern Sie mit ihm mit oder lässt Sie der Basketball eher kalt?
ALEXANDRA STOLL: Natürlich fiebere ich mit. Ich kenne meinen Mann seit ich 19 Jahre alt bin, da war klar, dass sich vieles um Basketball drehen wird. Er war Jugendtrainer und Schiedsrichter, ich wusste, worauf ich mich einlasse. Und unsere drei Kinder spielen alle auch Basketball – bei uns fiebern alle mit. Unsere Tochter lackiert sich zu den Play-Offs sogar die Fingernägel in den Vereinsfarben orange.

Feiern und Leiden. Wie erleben Sie Sieg und Niederlage?
STOLL: Über Siege freuen wir uns natürlich sehr. Gott sei Dank kommt das die letzten zwei Jahre sehr oft vor. Nach Niederlagen sind wir enttäuscht, aber unsere Mentalität ist, das schnell abzuhaken. Außerdem, bei aller Begeisterung, Sport ist nicht alles. Die Familie steht schon noch über allem. Wenn wir frei haben, dann haben wir frei. Auch mein Mann Thomas kann abschalten und wir machen das was alle Familien machen: Wir gehen baden, machen Ausflüge, treffen uns mit Freunden und solche Dinge.

Wie ist es, immer wieder über den Ehemann in der Zeitung zu lesen oder ihn im Fernsehen zu sehen. Schön oder eher lästig?
STOLL: Wie es empfunden wird, hängt natürlich auch davon ab, in welcher Weise über ihn berichtet wird. Aber die letzten Jahre gab es nur wenig Anlass zum Ärgern. Und dass er in der Zeitung steht, ist für uns mittlerweile schon recht normal geworden. Manchmal ärgere ich mich nur, wenn irgendetwas falsch dargestellt und zugespitzt wird und ich genau weiß, dass er etwas so nicht gesagt hat, weil ich daneben stand. Generell ist es aber so, dass es mich mehr mitnimmt als ihn. Ich bin da ein bisschen emotionaler.

Wie würden Sie es einschätzen: Profitieren Sie eher von der Karriere ihres Mannes, oder schränkt die sie ein?
STOLL: Weder noch, würde ich sagen. Wir lieben das alles als ganze Familie zu sehr. Es ist einfach schön, bei den Spielen in der Arena zu sein, wir sind alle voll dabei. Man kommt den Spielern etwas näher als andere, gelegentlich gibt es auch offizielle Einladungen. Als Profit würde ich das aber weniger bezeichnen, eher schon als Lohn seiner Arbeit.

Durch die Auswärtsspiele oder die Spielersuche in den USA ist ihr Mann oft weg – denken Sie da nicht mal, Minigolf in der Au wäre besser?
STOLL: Ach Gott, andere Männer sind auf Montage oder auf Geschäftsreise. Wir machen ja trotz der Spielersuche in den USA einen gemeinsamen Sommerurlaub. Und die Kinder (9, 12 und 14 Jahre) geben ihrem Vater eine Liste mit, was er ihnen aus den USA mitbringen soll. Außerdem, er kann ja auch vieles vom Computer aus machen und ist auch viel zu Hause. Unsere Familie erfordert allerdings schon ein gutes Timing, viel Organisation und Struktur. Alle machen Sport. Wir sind eine bewegte Familie.

Wenn Sie zurückblicken, hätten Sie gedacht, dass Basketball mal einen so großen Stellenwert einnehmen wird?
STOLL: Wo das alles hinführt, wusste natürlich keiner von uns. Ich lag im Wochenbett als Thomas vom Handy aus Geld auftrieb, damit der Basketball in Ulm überhaupt in der zweiten Liga bleiben konnte. Ich fand das toll, dass er das in die Hand genommen hat und wir haben gewusst, wenn er etwas macht, dann richtig. Als wir anfingen, habe ich noch mit Frau Oettel (die Frau des Finanzgeschäftsführers Andreas Oettel, Anm. d. Red.) privat Kuchen gebacken für den VIP-Raum. Heute spielt die Mannschaft in der Arena. Das hat sich doch super-toll entwickelt.

Ein Leben für den Sport. Haben Sie vielleicht eine heimliche Liebe für eine andere Sportart?
STOLL. Tatsächlich bin ich die einzige in der Familie, die nicht Basketball spielt. Ich habe früher Vierkampf im Geräteturnen gemacht, und gehe gerne Joggen. Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, wieder etwas mehr Zeit meiner alten Liebe zu widmen: dem Tennisspielen.

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