Fünf Abzweige und jede Menge Verkehr: In oder besser unter Ulm gibt es einen neuen Verkehrsknotenpunkt. Etwa 30 Meter unter dem Botanischen Garten der Uni haben die Tunnelbauer das Kreuz aus dem Berg gesprengt. Am Ende des so genannten Zwischenangriffs im Lehrer Tal, einem 370 Meter Zugangstunnel, rangieren jede Menge Baumaschinen. Denn von dort aus werden in den kommenden Monaten gleich vier Röhren des knapp sechs Kilometer langen Albabstiegstunnels der Bahn-Neubaustrecke zwischen Stuttgart und Ulm in den Berg getrieben - zwei in Richtung Dornstadt und zwei zum Ulmer Hauptbahnhof hin.

"Um den Bahnhof nicht zu belasten, bauen wir den Tunnel von Dornstadt her und vom Lehrer Tal aus", erklärt Alexander Gasser, der 1. Bauleiter des Albabstiegstunnels. Insgesamt haben die Mineure zwischen Dornstadt und Ulm über einen Kilometer Tunnelstrecke gemacht. Von der Albhochfläche her ist die Weströhre (Fahrtrichtung Stuttgart-Ulm) über 400 Meter lang. Die Röhre für die Gegenrichtung weist derzeit 300 Meter auf.

Insgesamt werden im Abschnitt zwischen Dornstadt und Ulm in den kommenden Jahren 1,4 Millionen Kubikmeter Abraum bewegt. Derzeit lässt die Arbeitsgemeinschaft der Firmen Züblin und Bögl täglich 1000 Kubikmeter (knapp 100 Lastwagenfahrten) von der Baustelle fahren. Für den Tunnel, der in Ulm am Napoleon-Felsen in den Bahnhofsbereich einmünden wird, hat die Bahn Kosten von 250 Millionen Euro veranschlagt.