Sebastian (5) öffnet die Haustür und begrüßt den Besucher höflich. „Ich mach das immer“, sagt er. Das ist sein Beitrag dazu, dass sein Papa nicht die Treppe runterhumpeln muss. Seine Geschwister Niklas (10) und Leonie (11) räumen die Wohnung auf und kümmern sich um das Essen. Dennoch gibt es Tage, da liegen die Nerven von Frank B. blank. „Manchmal habe ich das Gefühl, es interessiert keine Sau, was hier los ist“, sagt der alleinerziehende Vater von drei Kindern. Im Sommer hat er sich einer längst fälligen Knie-Operation unterzogen und monatelang mühsam an ­­­­­Krücken den Haushalt versorgt. „Ich will nur ein normales Leben und meinen Kindern einen guten Start ermöglichen“, sagt der 46-Jährige.
Ein normales Leben – das hatte die Familie bis vor fünf Jahren. Frank B. hatte sich selbstständig gemacht, arbeitete viel, meistens auf Montage. Im August 2015 kam sein drittes Kind zur Welt. Die Geburt war unkompliziert, die Mutter konnte mit dem Baby noch am selben Tag nach Hause. Als er sechs Tage später von der Arbeit kam, lag sie mit Schüttelfrost und Wadenkrämpfen im Bett. Haus- und Vertretungsarzt waren nicht erreichbar. Sie fuhren in die Klinik, wurden von dort laut Frank B. wieder zum Hausarzt geschickt. Später die Diagnose: Akutes Nierenversagen.
Die junge Frau sollte mit dem Hubschrauber in die Uniklinik Ulm geflogen werden. Frank B. brachte die Kinder unter, raste mit dem Auto nach Ulm und erfuhr, dass der Hubschrauber gar nicht mehr abgehoben ist. Seine Frau war zuvor im Rettungswagen gestorben. Heute noch fällt es Frank B. schwer, darüber zu sprechen. „Du weißt, du musst funktionieren, und zwischendurch stehst du da und heulst mit deinen Kindern“, sagt er. Ein Neugeborenes, ein Fünfjähriger und eine Sechsjährige auf der einen und eine Firma, die ihn voll beanspruchte, auf der anderen Seite: Frank B. merkte bald, dass der Spagat nicht funktionierte. Zumal die Erfahrungen mit elf Familienhelferinnen in zwei Jahren alles andere als glücklich waren. Er gestand sich ein: „Ich kann nicht mehr“, meldete Insolvenz an und hatte auf einen Schlag 120 000 Euro Schulden. Die Insolvenz konnte durch einen Vergleich aufgelöst werden, 20 000 Euro Schulden sind bis heute geblieben.
Frank B. hatte gute Kontakte in der Branche und schnell wieder einen Job. Aber wieder musste er einsehen: Vollgas ging nicht – angesichts von Schul- und Kitaferien, ganz zu schweigen von den Zeiten, in denen die Kinder krank waren. Außerdem erinnerte ihn im alten Zuhause jede Ecke an seine verstorbene Frau. Er entschloss sich, umzuziehen – in eine große Stadt, in der es alle Schularten und Ganztagsbetreuung gibt. So landete er in Neu-Ulm, bezog Hartz IV und eine Wohnung für 1100 Euro Warmmiete – zu teuer, um Wohngeld zu bekommen. Zum Glück kam ihm ein Ex-Kollege entgegen. Er bot ihm eine Teilzeitarbeit an, für die er nicht mehr auf Baustellen unterwegs ist, sondern im Büro ist. Nach seiner Knie-OP und der anschließenden Reha hat er jetzt die Wiedereingliederung aufgenommen und hofft, von Dezember an wieder mehr arbeiten zu können.
Doch das Geld bleibt knapp. „An Weihnachten backen wir ganz kleine Brötchen“, sagt Frank B. Er hat Sorgen, dass er sich kaum um die schulischen Belange der Kinder kümmern kann. Niklas geht in die vierte Klasse, Leonie auf die Realschule. Sie brauche dringend jemanden, der mit ihr lernt, vor allem Englisch.
Die Kinder sind sehr versiert im Haushalt, „aber sie sollen auch Kinder sein dürfen“, sagt ihr Vater. Er möchte nicht, „in einer Puppenstube wohnen“. Aber Sauberkeit sei wichtig. Für die Zeit der Reha war ihm eine Familienhelferin bewilligt worden. Froh wäre er, wenn er sich künftig zumindest „alle zwei Wochen Hilfe bei der Grundreinigung“ leisten könnte – damit im Alltag für die Familie wenigstens wieder so etwas wie Normalität einkehrt.

Direkte Hilfe für Familie B.


Gezielt unterstützen Wer dem Witwer mit seinen Kindern helfen möchte, notiert auf der Überweisung unter Verwendungszweck das Stichwort „Frank B.“. Die Spendenkonten sind im roten Kästchen rechts abgedruckt.