Ich bin happy“, sagt Horst K. (Name geändert). Bald zieht er um in eine neue Wohnung. Dort kann er endlich mit seinem Rollator ins Bad und in die Küche gehen. Das ist ihm in seiner bisherigen Ein-Zimmer-Behausung nicht möglich. Die ist spärlich  eingerichtet: Ein Ecksofa dient ihm als Bett und ist schon schwer durchgelegen. Er hat es einst auf Raten gekauft.


In der Wohnung mit Krücken unterwegs

„Davor habe ich lange auf dem Boden geschlafen“, berichtet Horst K. Ein paar gebrauchte Möbel bekam er günstig von Nachbarn oder Bekannten. Mühsam bewegt sich der 64-Jährige an Krücken zum Waschbecken oder Herd. Ein diabetischer Fuß und gravierende Schäden an der Wirbelsäule machen ihm den Alltag schwer. Aus dem Haus geht er zurzeit selten. Die Furcht vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus ist nur einer der Gründe. Das winterliche Wetter  ein anderer. Denn er besitzt lediglich ein einziges halbwegs passendes Paar Schuhe. Das habe er einst von der Vesperkirche bekommen. Die fehlt ihm in diesem Jahr besonders. Nicht nur wegen der warmen Mahlzeit, sondern vor allem „wegen der Gemeinschaft“. Schließlich hat Horst K. die bittere Erfahrung gemacht: „Wenn du von Hartz IV lebst, hast du keine Freunde mehr.“ Bereits vor 20 Jahren war der gelernte CAD-Konstrukteur zum ersten Mal arbeitslos geworden – das Ingenieurbüro, für das er gearbeitet hatte, ging pleite. Er fand Beschäftigung über eine Zeitarbeitsfirma, versuchte sich erfolglos als Versicherungsvertreter und später als Fahrer für eine Firma, die auch Konkurs anmelden musste.

Trotz Krankheit immer gearbeitet

Da hatte er bereits einen Bandscheibenvorfall erlitten und versuchte über Ein-Euro-Jobs, Ehrenamt und ABM-Maßnahmen beruflich wieder Fuß zu fassen. Der plötzliche Tod seiner Lebensgefährtin vor sieben Jahren habe ihn allerdings „komplett aus der Bahn geworfen“. Trotzdem gab er nicht auf. Bis heute ist er wegen seiner psychischen Erkrankung in Therapie. Zuletzt war Horst K. als Monteur von Brandmeldern tätig. Nach Ablauf seines Zeitvertrags wurde er nicht weiterbeschäftigt, weil er wegen Taubheitsgefühlen im Diabetes-Fuß nicht mehr auf die Leiter steigen konnte.
Ende 2019 konnte er sich eines Morgens nicht mehr bewegen. „Ich dachte, mir fällt vor Schmerzen das Bein ab“, erinnert er sich. In einer Spezialklinik in Erding wurde er am Spinalkanal operiert. Im Januar 2020 folgte das Muskelaufbau-Training in der Reha. „Und dann kam Corona.“

Ein Vierteljahr in klapprigem Auto gelebt

Ein Tiefpunkt war aber schon im Sommer 2018 erreicht, als ihm seine damalige Wohnung wegen Eigenbedarfs gekündigt wurde. Dreieinhalb Monate lang lebte er auf der Straße, beziehungsweise in einem klapprigen Kleinwagen, den er sich von seinem letzten Geld gekauft hatte. Die Möbel, die er besaß, konnte er nirgends unterbringen und schenkte sie deshalb der Caritas. So passte sein Hab und gut in zwei Kartons, als er seine jetzige Wohnung fand. Auch der kommende Umzug erfordert keinen großen Möbelwagen. „Dennoch bin ich sehr dankbar, dass das Jobcenter aufgrund des ärztlichen Attests die Umzugskosten bezahlt“, sagt Horst K. Sorgen macht ihm, dass er nicht weiß, wie er die rund 1000 Euro Kaution aufbringen soll. Außerdem benötige er dringend ein erhöhtes Funktionsbett samt guter Matratze sowie Möbel fürs Schlaf- und fürs Esszimmer, dafür insbesondere Schwingstühle, die beim Sitzen die Wirbelsäule entlasten.
Auch Lampen und Gardinen fehlen. Darauf hat er bisher verzichtet, doch sein neues Zuhause soll wohnlich werden. Glücklich ist er über die Einbauküche samt Waschmaschine. Endlich habe er Platz, sich zwischen Herd und Kühlschrank zu bewegen und müsse die Kleider nicht mehr von Hand waschen.

Gezielte Hilfe für Horst K.


Unterstützung Wer Horst K. unter die Arme greifen will, notiert auf der Überweisung unter Verwendungszweck das Stichwort „Horst K.“.
Die Nummern der Spendenkonten finden Sie unter www.aktion100000.de